Internet
Experten: Eltern-Aufklärung für Kinderschutz im Internet wichtig

Für den Schutz von Kindern im Internet muss nach Einschätzung von Experten auch Aufklärungsarbeit bei den Eltern geleistet werden. Schutzmöglichkeiten wie Filterprogramme etwa würden nur selten genutzt.

dpa POTSDAM. Für den Schutz von Kindern im Internet muss nach Einschätzung von Experten auch Aufklärungsarbeit bei den Eltern geleistet werden. Schutzmöglichkeiten wie Filterprogramme etwa würden nur selten genutzt.

Das berichtete der AOL Sicherheitsrat anlässlich der ersten nationalen IT-Konferenz der Bundesregierung in Potsdam. Kinder könnten nur dann besser vor pornografischen oder Gewalt verherrlichenden Inhalten geschützt werden, wenn die Kompetenz der Eltern beim Umgang mit dem Medium gestärkt werde.

Das Internet sei längst nicht mehr nur ein Medium für Erwachsene, heißt es in dem veröffentlichten Bericht des unabhängigen Gremiums. Mehr als die Hälfte aller Kinder in Deutschland zwischen sechs und 13 Jahren hätten Erfahrungen mit dem Internet, zwei Drittel davon seien sogar einmal pro Woche oder öfter im Netz. Lediglich ein Viertel der Jugendlichen gäben aber an, dass bei ihnen zu Hause Filterprogramme installiert seien. Dabei sei etwa ein Drittel der 12- bis 19-jährigen Internetnutzer bereits in Kontakt mit pornografischen, rechtsextremistischen oder Gewalt verherrlichenden Inhalten gekommen.

Dem von dem Online-Dienstleister AOL Deutschland im Sommer 2005 gegründeten, unabhängigen Sicherheitsrat gehören Abgeordnete verschiedener Parteien sowie hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Kultur und Medien an. Der Rat will Strategien entwickeln, um die Sicherheit im weltweiten Datennetz zu verbessern. Mit seiner Arbeit erhoffe sich das Gremium einen „Leuchtturmeffekt“, sagt Charles Fränkl, Geschäftsführer von AOL Deutschland.

Kinder gelangten durch populäre Video-Seiten sowie Bilder- und Videosuche über Suchmaschinen immer leichter an gefährdende Inhalte. Dies könne sich ändern, wenn Suchmaschinenbetreiber ihren Nutzern Meldefunktionen für auffällige Inhalte zur Verfügung stellten, rieten die Experten. Wenn Suchmaschinenbetreiber zudem entsprechende Schnittstellen offen legen würden, könnten möglicherweise auch Filterprogramme künftig entsprechende Daten besser analysieren.

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