Internet Explorer 7
Herausforderung für die Webshops

Seit Ende 2006 bewähren sich die beiden Browser Internet Explorer 7 und Firefox 2.0 auf den Computern der Internetnutzer. Zeit für eine Zwischenbilanz aus Sicht der Anbieter von Shop-Design-Lösungen und Webcontrolling.

MÜNCHEN. Die Kontrahenten standen sich vor über zehn Jahren schon einmal gegenüber: Im Krieg der Browser überwand der Internet Explorer den Netscape Navigator zwar nie in qualitativer Hinsicht, aber doch durch die schiere Masse als Zugabe zum Windows-Betriebssystem. Microsoft hatte sich in der Folgezeit auf seinen Lorbeeren ausgeruht und 2001 verkündet, den Internet Explorer nicht mehr weiterentwickeln zu wollen.

Diese Verschnaufpause nutzte der Firefox, der ein Erbe der Netscape-Technologie ist, um sich Marktanteile zu verschaffen, und er schaffte es auf rund 20 Prozent. Dies stachelte den Ehrgeiz des Redmonder Marktführers an, und so wurde 2006 wieder ein neuer Internet Explorer entwickelt, um dem Vertreter der Open-Source-Bewegung nicht das Feld zu überlassen. Denn Browser sind unsere "Fenster" ins Internet, und Microsoft bevorzugt es, dass die Netzgemeinde es durch seine Brille sieht.

Ende 2006 traten die beiden Browser in ihren neuen Versionen, Internet Explorer 7 und Firefox 2.0, zu einem erneuten Vergleich an. Beide versprechen leichtere Handhabung und vor allem ein Plus an Sicherheit für den User. Unter diesem Aspekt hat sich einiges getan, doch wir wollen einmal auf die andere Seite blicken: Wie wirken sich die neuen Versionen aus im Webdesign und im Webcontrolling? komdat.com hat den beiden Browsern in Bezug auf die Verkaufspraxis im Netz auf den Zahn gefühlt.

Natürlich musste sich Microsoft anstrengen mit Version 7: Bewusste Internetnutzer hegten schon immer ein großes Misstrauen gegen den Marktführer, der sich noch nie durch besondere Sicherheitsvorkehrungen für den Nutzer auszeichnete, und wichen daher auf Alternativen aus - z. B. den Opera-Browser, der in Sachen Tabbed Browsing lange Jahre der Vorreiter war, und natürlich den Firefox, den neben seinem zeitweiligen Technologievorsprung vor allem sein Underdog-Image sympathisch gemacht hat.

Im Internet Explorer 7 werkelt ein Phishing Filter, um Nutzer automatisch vor Websites schützen, die unter Vorspiegelung einer anderen Identität persönliche Zugangsdaten erschleichen wollen. Dabei findet eine Überprüfung der Seite statt, die zu Lasten der CPU-Performance gehen kann. Besonders dann, wenn ein Webshop zahlreiche Frames aufweist oder die Nutzerführung im Shop dazu führt, dass mehrere Seiten parallel angesteuert werden, kann die Leistungsfähigkeit des PCs stark abfallen. Wenn der PC nun auch noch eine unvorteilhafte Konfiguration besitzt, z.B. Grafikkarten mit ausgelagertem Speicher, die einen guten Teil der Rechnerleistung für sich beanspruchen, wird der Rechner unweigerlich in die Knie gehen. Vor allem Onboard-Lösungen, die in vielen Low-Budget-PCs eingebaut werden, werden zur Bremse. Microsoft hat das Problem erkannt und inzwischen ein Update bereitgestellt, aber ob dies bei allen betroffenen Browsern eingespielt ist, kann aber bezweifelt werden.

Dieser Situation ist man sich bei E-Business-Dienstleister Komdat.com bewusst: "Der User lastet mangelnde Performance im ersten Reflex der Website an. Im schlimmsten Fall bricht er seinen Kaufvorgang ab, und das kann von keinem verantwortungsvollen Webmaster oder Designer hingenommen werden", erklärt Holger Aurich, einer der beiden Geschäftsführer. Aber da der Internet Explorer inzwischen die Nutzung fixierter Elemente ermöglicht, beobachtet man, dass manche Webshops wieder den Weg wählen, Frames einzubinden. "Das ist ein klarer Rückschritt in die Steinzeit des Webdesigns."

Der Phishing-Filter des Internet Explorer 7 zeigt auch beim Tracking seine Tücken: In seiner Standardeinstellung produziert der Internet Explorer 7 eine Phishing-Warnmeldung, sobald Daten über Domaingrenzen hinweg in eine Seite geholt werden. "Das betrifft nicht nur Iframes, sondern auch Tracking-Pixel," so Holger Aurich. Das heißt, sobald eine Seite ein Tracking-Pixel als Image oder Iframe einbindet, erscheint diese "Warnmeldung". Seit der Internet Explorer 7 genutzt wird, beobachtet Komdat.com genau, wie hoch der Anteil der Browser ist, die das Tracking-Pixel von einer fremden Domäne nicht aufrufen: Die Zahl hat sich bei vier Prozent eingependelt. Außerdem können Firefox-User durch abonnierbare Filterlisten die Domain des Komdat-Trackings blocken. Immerhin drei Prozent der Firefox-User nutzen dies.

Insgesamt gesehen hat sich das pixelgestützte Tracking als effektiv erwiesen, auch wenn viele Benutzer Cookies und Javascript deaktivieren. Dadurch wird das Tracking und die Zuordnung von Orders zu Click erheblich erschwert. "Es kann natürlich vorkommen, dass der Benutzer genau dann seine Browsereinstellungen anpassen muss, wenn er zum ersten Mal auf eine Bestellbestätigungsseite kommt, auf der unser Pixel platziert ist", so Holger Aurich. Dies ist die Nagelprobe für den Shop, denn es ist wichtig, dass der Shop dem User vertrauenswürdig erscheint: "Dann wird er auch Cookies akzeptieren."

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