Internet für alle
Rezzo Schlauch will Benachteiligte ins Netz locken

Wie bringt eine Regierung 15 Millionen Bürger dazu, plötzlich begeistert das Internet zu nutzen? Durch Preise für "Erste Wege ins Netz", sagt das Wirtschaftministerium, und vergab am Mittwoch 15 000 Euro Belohnung an Initiativen, die zum Beispiel Menschen mit einer geistigen Behinderung HTML beibringen oder Straßenkinder in Online-Projekte einbinden.

HB DÜSSELDORF. Nur die Älteren unter uns benutzen noch ernsthaft den Begriff "Ostzone", wenn es um die fünf neueren Bundesländer geht. Deshalb zeugt es wohl von feiner Ironie, dass sich ein Online-Projekt für Jugendliche in Magdeburg "Medientreff Zone" nennt.

Die Web-Ausbilder des Projekts erklären schon Vierjährigen im Kindergarten, dass sie nicht alles glauben sollen, was sie einmal im Internet finden werden. Für Schülerzeitungen steht beim Medientreff Zone ein kompletter Redaktionsraum bereit. Alle Aktionen des Zonentreffs laufen darauf hinaus, Kindern und jungen Leuten Medien- und Webkompetenz zu geben.

Grund genug für Wirtschafts-Staatssekretär Rezzo Schlauch, den Medientreff Zone mit einem Preis auszuzeichnen. Den Preis erhielten Projekte, die auf unterster Ebene Menschen dazu bringen, das Internet zu benutzen. Schlauch hat den Preis heute um 13 Uhr im Wirtschaftsministerium in Berlin verliehen.

"Wir haben vorwiegend gesellschaftliche Gruppen angesprochen, die bei der Nutzung des Internets noch unterrpräsentiert sind", sagte Schlauch. Das Internet spiele nicht nur im beruflichen Alltag eine wichtige Rolle. Es trage auch dazu bei, sozial benachtiligten Menschen Chancen zu eröffnen.

"Erste Wege ins Netz" arbeitet mit der renommierten Initiative D21 zusammen, in der unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Gerhard Schröder über 300 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft Deutschland technikfreundlicher machen wollen.

Mehr als 150 Projekte hatten sich beworben. Zielgruppen waren vor allem Kinder, Alte, Frauen, Menschen mit einer Behinderung, sozial Schwache, die Landbevölkerung, Langzeitpatienten sowie Migranten. Das Engagement reichte von der Bereitstellung mobiler Internetzugänge bis zu Beratungen beim Computerkauf.

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