Internet
London plant Sperre bei illegalem Download

Die britische Regierung will mit Internet-Sperren gegen illegale Downloads vorgehen. Wer mehrfach illegal Inhalte aus dem Web lädt, soll demnach mit einer kompletten Sperrung seines Internetzugangs rechnen müssen.

ap LONDON/STOCKHOLM. Die britische Regierung erwägt im Kampf gegen illegale Downloads eine vorübergehende Sperrung von Internetzugängen. Damit könne schneller und flexibler gegen Nutzer vorgegangen werden, die illegal Musik und Filme herunterladen wollten, sagte Finanzstaatssekretär Stephen Timms am Dienstag in London. Vorgesehen ist demnach, den Zugang zu Tauschbörsen zu blockieren und Accounts vorübergehend komplett zu sperren. Die Musikindustrie begrüßte die Pläne, Kritiker sprachen dagegen von einer Beschränkung grundlegender Rechte.

Das geplante Gesetz soll Timms zufolge gegen Nutzer zur Anwendung kommen, die mehrfach illegal Inhalte aus dem Internet laden. Bisherige Pläne, in diesen Fällen nur die Geschwindigkeit der Online-Verbindung zu beschränken, gingen nicht weit genug, erklärte der Finanzstaatssekretär. Der Gesetzentwurf wird im November den Abgeordneten vorgelegt, zur Anwendung kommt die Regelung frühestens 2011. Das EU-Parlament hat allerdings im Frühjahr gefordert, dass nur ein Gericht über die Sperrung von Internetzugängen entscheiden kann.

Nach einem Gerichtsentscheid in Schweden wurde unterdessen die durch einen spektakulären Urheberrechtsprozess bekanntgewordene Internet-Tauschbörse The Pirate Bay vorübergehend geschlossen. Das Gericht in Stockholm drohte dem Provider mit einer Geldstrafe von 500 000 Kronen (49 000 Euro), sollte The Pirate Bay weiter zugänglich sein.

Gerichtsunterlagen zufolge gilt die Anordnung, bis das laufende Verfahren zwischen der Tauschbörse und der Musikindustrie beendet ist. Pirate-Bay-Sprecher Peter Sunde schrieb am Dienstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter, die Website werde bald normal funktionieren.

Im April wurden vier Betreiber von Pirate Bay in Schweden zu Haftstrafen von einem Jahr und hohen Geldstrafen verurteilt. Das Urteil wurde angefochten, die Tauschbörse blieb seitdem in Betrieb.

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