Internet-Namen sind mehr als Schall und Rauch
Wie das Domain Name System funktioniert

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Wir wollen es einfach und bequem. Schnell mal den Firmennamen eingetippt, www. davor, .com dahinter, und schon ist man auf der Unternehmens-Homepage. Kaum verschwenden wir einen Gedanken daran, was eigentlich passiert, wenn wir eine solche Anfrage ins Internet schicken. Dabei beschäftigen wir mit einem Mausklick auf eine Internet-Adresse gleich eine ganze Reihe von Computern im Netz.

Zunächst muß der Domainname - zum Beispiel www.handelsblatt.com - in eine Nummer übersetzt werden, unter welcher der zugehörige Server im Internet bekannt ist. Diese so genannte IP-Adresse ist eine Folge von 4 Bytes, die üblicherweise in Dezimalschreibweise und durch Punkte voneinander getrennt notiert wird. Aus dem Namen "www.handelsblatt.com" wird so die Nummer "193.194.144.22".

Der Vorgang ist dem Nachschlagen einer Nummer im Telefonbuch nicht unähnlich, jedoch bestehen gewichtige Unterschiede: die Liste mit den Nummern gibt es nur in elektronischer Form, sie ist dezentral organisiert, und das Nachschlagen erledigt der Browser für den Benutzer dienstfertig im Hintergrund.

Aber wie kommt der Browser an die IP-Adresse zum Domainnamen? Sie könnte auf der lokalen Festplatte gespeichert sein, aber eine solche Liste vollständig und aktuell zu halten, ist praktisch unmöglich. Statt dessen befragt der Browser das Domain Name System DNS, eine riesige verteilte Datenbank im Internet, die ihm in Sekundenbruchteilen die gesuchte Information liefert. Erst wenn das DNS die gesuchte IP zum Domainnamen geliefert hat, kann der Browser mit dem Webserver direkt Kontakt aufnehmen.

Das DNS besteht aus zahlreichen Nameservern, die fortwährend neueste Adressdaten untereinander austauschen. Durch eine hierarchische Strukturierung ist sichergestellt, dass der Datenbestand in sich widerspruchsfrei bleibt. Den an oberster Stelle stehenden Root-Nameservern kommt besondere Bedeutung zu: nur über diese können neue Top Level Domains (TLD) wie .de und .com eingerichtet werden. Sie werden im Auftrag der Internet-Organisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) von sogenannten Registries technisch betreut. So liegt die Zuständigkeit für .de bei der Denic eG, die für .com und .net bei Verisign Inc..

Die Domainnamen selbst sind ebenfalls hierarchisch aufgebaut. Die Teile vor und hinter dem letzten Punkt haben eine besondere Bedeutung, denn zusammen machen sie den Namen einer Second Level Domain aus, zum Beispiel "handelsblatt.com". Solche Domainnamen können über Registrare reserviert werden - die obengenannten Registries oder von ihnen beauftragte Unternehmen. Namensbestandteile von Subdomains - etwa das www in "www.handelsblatt.com" - kann der Eigentümer der Domain hingegen selbst bestimmen, er braucht es lediglich über seinen Provider den Nameservern mitteilen zu lassen.

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