Internet-Netzwerke
MySpace öffnet sich für fremde Programmierer

Schon in den kommenden Tagen wird sich MySpace, die meistgeklickte Internet-Seite der Welt, öffnen für fremde Programmierer. Damit kopiert das Internet-Netzwerk das Erfolgsrezept seines ärgsten Rivalen Facebook. MySpace-Chef Chris DeWolfe sieht sein Unternehmen im Kampf der Netzwerke gut gerüstet: „Ich denke, wir werden bald Großväter und Großtanten auf MySpace sehen,“ sagte der Mitgründer im Interview.

Handelsblatt: Mr. DeWolfe, sind Sie eigentlich neidisch auf Facebook? Schließlich reden alle über Ihren kleineren Mitbewerber…

DeWolfe: Nicht wirklich. Wir halten den Kopf tief und konzentrieren uns auf unsere Arbeit. Dann schauen wir auf die Zahlen - und sind glücklich. Im Januar stieg die durchschnittliche Verweildauer unserer US-Nutzer auf der Seite um 15 Prozent, während dieser Wert bei den anderen großen sozialen Netzwerken sank. In den USA sind wir immer noch zwei- bis dreimal größer als unser größter Konkurrent. Im Ausland wachsen wir gewaltig: Nach den Januar-Zahlen der Marktforscher von Comscore haben wir in Deutschland 4,5 Mill. Nutzer monatlich, elf Prozent mehr als im Vormonat. Die Seitenabrufe steigen sogar um 17 Prozent. Außerdem: Wir haben ja auch eine Menge guter Presse bekommen…

Legen wir mal die Zahlen bei Seite. Wie sehen Sie Myspace positioniert verglichen mit anderen Netzwerken?

Wir bewegen uns in einem spannenden Markt. Denn wir sind jetzt in 28 Ländern aktiv und fast überall treffen wir auf einen anderen Konkurrenten. In den USA messen wir uns mit Facebook, in Deutschland mit StudiVZ, Skyblog in Frankreich, Mixi in Japan, Cyworld in Südkorea. Jeder dieser Mitbewerber aber ist anders – das finde ich hoch interessant. Bei Cyworld, zum Beispiel, geht es um Avatare in einer virtuellen Welt, Mixi ist fokusisert auf kleine Weblogs, bei StudiVZ pflegt man vorhandene Kontakte. Myspace ist ein guter Ort um den Kontakt zu Freunden aus der realen Welt zu halten, gleichzeitig aber sich selbst auszudrücken. Und Myspace dreht sich eben auch um Kultur und Inhalte und über diese Interessen findet man neue Kontakte unter Gleichgesinnten.

40 Prozent aller Internet-Nutzer in den USA sollen schon bei Myspace sein. Gibt es eine Sättigungsgrenze ab der Wachstum für Sie nicht mehr möglich ist?

Wir haben da keine bestimmte Prozentmarke im Kopf. Aber wir glauben, dass diese Zahl noch immer steigen kann. Vor vier, fünf Jahren hatte das Kennenlernen über das Internet ein Stigma, genauso wie Online-Dating oder die Selbstverwirklichung im Netz. Dieses Stigma ist heute größtenteils Vergangenheit, vor allem für Nutzer unter 40. Die Internet-Generation wird erwachsen und die ältere Generation wird über ihre Kinder zu neuen Wegen der Netz-Nutzung gelockt.

Papa, Mama und der Nachwuchs – demnächst alle auf Myspace?

Wir beobachten, dass das Internet immer persönlicher wird. Deshalb erlauben wir demnächst, Freunde in verschiedene Gruppe einzuteilen, zum Beispiel Kontakte aus dem Büro, alte Schulfreunde und Kumpel, mit denen ich Football schaue. Ein Kommentar oder eine Nachricht, die ich dann für meine Familie schreibe, können meine Kollegen von der Arbeit nicht sehen. Die Idee dahinter ist, dass man eine Anlaufstelle im Internet hat, diese aber beliebig für unterschiedliche Zielgruppen unterteilen kann. So können wir die Nutzungsmöglichkeiten von Myspace erweitern – und auch die Demographie der Nutzer. Ich denke, wir werden dann bald Großväter und Großtanten auf Myspace sehen.

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