Internet
Online-Banking wird sicherer

Geld per Internet zu überweisen ist vielen Bankkunden noch zu unsicher. 15 Prozent der Surfer lehnen Online-Banking laut einer aktuellen Umfrage des Security-Spezialisten Avira aus Sicherheitsbedenken ab. 43 Prozent nutzen es zwar, haben dabei aber ein mulmiges Gefühl. Verfahren, die Fotohandys zur Absicherung der Transaktionen nutzen, sollen nun mehr Sicherheit und Nutzerkomfort bringen.

TÜBINGEN. Die Commerzbank hat als erste Bank weltweit gerade einen Pilotversuch gestartet. Die dabei verwendete Technologie kommt vom britischen Sicherheitsspezialisten Cronto. Bernd Borchert und Thomas Reinhardt, Forscher an der Fakultät für Informatik der Universität Tübingen, haben zeitgleich ein ähnliches Verfahren zum Patent angemeldet und einen Prototyp fertiggestellt. Die IT-Entwickler haben erste Gespräche mit Banken bereits geführt.

Bei beiden Methoden muss der Bankkunde zunächst einmalig eine Spezialsoftware der Bank auf sein Handy laden. Als Sicherungsverfahren dient ein 2-D-Barcode, ein zirka drei auf drei Zentimeter großes Feld aus kleinen Punkten, das die wichtigsten Überweisungsinformationen einschließlich der Tan-Nummer verschlüsselt. Dieses Punktemuster wird vor einer Überweisung von dem Bankrechner erzeugt und auf dem Computerbildschirm zu Hause angezeigt.

Der Bankkunde muss diesen Barcode mit seinem Handy abfotografieren. Die Software auf dem Handy entschlüsselt anschließend das Punktemuster und macht die Überweisungsdaten wie Betrag und Konto des Empfängers sichtbar. Wenn diese mit den Angaben auf der Online-Überweisung übereinstimmen, kann der Kunde den Banking-Vorgang durch Eingeben der mitgelieferten Tan abschließen.

Sicherheitsexperten wie Sven Türpe vom Fraunhofer-Institut für sichere Informationstechnologie in Darmstadt können der Idee, das Handy zu benutzen, viel abgewinnen. Der Vorteil: Es werden mit Handy und PC zwei verschiedene Geräte verwendet, die nicht miteinander vernetzt sind.

Damit seien Angriffsszenarien abgewehrt, bei denen Trojaner auf dem PC die Eingaben während des Ausfüllens der Online-Überweisung ausspähen und an die Angreifer weiterleiten, sagt der Fraunhofer Experte. Dadurch, dass bei der Trennung von PC und Handy nur ein Teil der Informationen übertragen werden kann, den die Hacker für das Fälschen oder Umleiten einer Überweisung benötigen, werde einem Missbrauch vorgebeugt.

Selbst wenn das Handy in falsche Hände gerät, kann nichts passieren, denn auch auf dem Mobiltelefon liegt nur ein Teil der Informationen vor. Diese Trennung gibt es auch bei anderen Banking-Lösungen für mobile Geräte. So bietet die Postbank beispielsweise eine mobile Tan an, die per SMS an eine vom Bankkunden festgelegte Mobilfunknummer gesendet wird. Der Vorteil der Fotohandy-Lösung: Es fallen keine Kosten für den Versand der Tan-Nummer an. Man braucht noch nicht einmal eine Netzverbindung.

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