Internet
Permira macht bei Freenet Kasse

Der Telekomanbieter Freenet verliert einen weiteren Großaktionär: Jetzt reduzierte der Finanzinvestor Permira seine Anteile von 25 auf zehn Prozent.

DÜSSELDORF. Ende August hatte der DSL-Anbieter United Internet (UI) seine rund acht Prozent an Freenet verkauft. United Internet hält nun über ein Joint-Venture mit dem Mobilfunkanbieter Drillisch 17 Prozent an Freenet.

Experten sehen zwischen den beiden Ausstiegen allerdings keinen Zusammenhang. UI habe Geld gebraucht, heißt es. Das Unternehmen will die Webhosting-Tochter Strato von Freenet kaufen. Permira wiederum gelingt mit dem Verkauf in schwierigen Kapitalmarktzeiten offenbar ein gewinnträchtiger Teilausstieg. Die Private-Equity-Gesellschaft hat die heutige Freenet-Tochter Debitel 2004 für 640 Mio. Euro gekauft und vier Jahre später für 1,6 Mrd. Euro an Freenet verkauft. Als Bezahlung erhielt sie über eine Kapitalerhöhung 32 Mio. Freenet-Aktien zu einem Kurs, der in etwa so hoch lag wie jetzt der Verkaufskurs. Hinzu kommt ein Verkäuferdarlehen über 150 Mio. Euro an Freenet.

Mit dem Verkauf nun nimmt Permira zwar nur 180 Mio. Euro ein. Der Finanzinvestor bezeichnet das Investment dennoch als "überdurchschnittlich profitabel". Analysten teilen diese Meinung, weil Debitel zwischendurch Gewinne an die Eigner ausgeschüttet und anschließend erneut Fremdkapital aufgenommen hat. Zudem sind in der Vergangenheit Auslandsgesellschaften verkauft worden. Permira profitiert mit dem Verkauf von der Kursrallye der Freenet-Aktie - das Papier hat seinen Wert in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelt. Das Papier war zuvor wegen der Panik an den Börsen extrem stark gefallen. Der Rückzug von Permira versetzte dem Kurs am Mittwoch allerdings einen gehörigen Dämpfer: Die Papiere verloren rund zehn Prozent.

Frank Rothauge von Sal. Oppenheim geht davon aus, dass Permira sich auch deshalb von Freenet zurück zieht, weil die Wachstumsperspektive schlecht ist. Der Analyst fürchtet, dass Freenet wie schon in den vergangenen Quartalen Vertragskunden verliert. Die aber bringen den Mobilfunkanbietern deutlich mehr Umsatz als die Kunden mit Guthabenkarten.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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