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Internet-Piraterie: Adressen von tausenden Nutzern bekannt

In einem der bislang größten aufgedeckten Fälle von Internet-Piraterie und Raubkopiererei haben die Fahnder ihre Ermittlungen ausgeweitet.

dpa MÜHLHAUSEN. In einem der bislang größten aufgedeckten Fälle von Internet-Piraterie und Raubkopiererei haben die Fahnder ihre Ermittlungen ausgeweitet.

Es sei gelungen, die Adressendatei der Betreiber einer illegalen Internet-Seite aus Deutschland zu knacken, bestätigte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Thüringen am Samstag einen Bericht der „Thüringer Allgemeine“. Tausende Nutzer seien nun bekannt. Als Betreiber der illegalen Seiten waren Mitte September drei Männer aus Südthüringen und ein Münchner Anwalt festgenommen worden. Gegen drei von ihnen wurde Haftbefehl erlassen.

Das Quartett soll Kunden im Internet illegal mit Raubkopien von Kinofilmen, Computerspielen, Anwendersoftware und Musikdateien versorgt haben. Zunächst war von 45 000 Kunden vor allem aus Deutschland die Rede. Die „Thüringer Allgemeine“ schreibt von möglichen Ermittlungen gegen 16 000 Internet-Nutzer. LKA-Sprecher Uwe Geisler wollte sich am Samstag nicht festlegen: „Ob es um 8 000 oder 20 000 geht, wissen wir noch nicht.“ Bei Verstößen gegen das Urheberrecht drohten den Nutzern der Seite sogar Freiheitsstrafen.

Die vier Beschuldigten im Alter von 19 bis 46 Jahren waren im September nach Durchsuchungen in Bayern, Hessen und Thüringen festgenommen worden. Sie sollen nach Angaben der Ermittler knapp eine Million Euro eingenommen haben. Gründer der Internetseite sind laut Staatsanwaltschaft zwei 20 und 30 Jahre alte Brüder aus Breitungen. Der 46 Jahre alte Rechtsanwalt aus München soll die Finanzen der Firma verwaltet haben. Nur ein 19-Jähriger aus Brotterode, der den Internetdienst technisch betreut haben soll, wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. (*)

Nach Angaben der Hamburger Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ist mit der Verhaftung der mutmaßlichen Internet-Kriminellen ein großer Teil des Marktes für deutschsprachige Raubkopien lahm gelegt worden. Bei deutschen Kinofilmen oder synchronisierten Streifen aus dem Ausland sei die Bande die größte und aktuellste unter den illegalen Anbietern gewesen. Den Rechteinhabern sollen laut Staatsanwaltschaft Schäden im zweistelligen Millionenbereich entstanden sein.

(*) Update: Wegen Wegfalls der Verdunkelungsgefahr wurden auch die anderen, Mitte September festgenommen Verdächtigten nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach einer Woche Haft wieder auf freien Fuß gesetzt. » Mehr als 17 000 Internet-Nutzer im Visier der Ermittler

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