Internet-Portal „Sellaband“
„Kauf einen Teil meiner CD“

Auf dem Internet-Portal „Sellaband“ können Nutzer in aufstrebende Bands investieren.

Clémence weiß was sich gehört: „Ich danke Euch von ganzem Herzen“, schreibt sie. „Ich verspreche Euch die schönsten Songs auf einem schönen Album“. Das alles klingt wie das typische Gewäsch eines Popstars, der seine Fans mehr oder weniger dezent darauf hinweisen will, dass sie alle bald schön in die Plattenläden rennen und das neue Album kaufen sollen. Mit einem Unterschied: Clémence ist noch kein etablierter Popstar.

Die 18-jährige Französin nimmt in Kürze zum ersten Mal unter professionellen Bedingungen ein Album auf. Warum sie dann dennoch ihren Fans dankt? Weil die die Aufnahme ihres Albums erst ermöglicht haben. Und das nicht, indem sie so zahlreich zu den Konzerten der Französin geströmt wären, dass irgendeine Plattenfirma auf die Künstlerin aufmerksam geworden wäre. Die Fans von Clémence sind viel weiter gegangen. Sie haben ihrem Idol die Aufnahme ihres Albums bezahlt.

Auf der Jagd nach 50 000 Dollar Clémence ist Mitglied des Portals Sellaband und hier wird mit Künstlern so umgegangen, wie mit Unternehmen, die an der Börse notiert sind. Musiker stellen ihre Songs vor, Mitglieder des Portals können Anteile an ihnen kaufen. Bei zehn Euro geht es los. Das Ziel ist klar abgesteckt: 50 000 Dollar müssen die Künstler zusammenbekommen, dann können sie in einem Studio unter professionellen Bedingungen ein Album aufnehmen.

Seit dem Start des Portals im August vergangenen Jahres haben das vier Bands und Künstler geschafft. Second Person, die ein wenig an Massive Attack oder Portishead erinnern, nehmen in Kürze mit dem Produzenten Tony Platt ein Album auf – dem Mann hinter AC/DC‘s legendärem „Back in Black“. Cubworld, ein Singer-Songwriter aus den USA, wird bei seinem Album von Profimusikern unterstützt, die schon mit Gwen Stefani gearbeitet haben. Clémence ist bislang die letzte Künstlerin, die die 50 000 Dollar zusammenbekommen hat.

Auf der Homepage von Sellaband informiert ein Laufband ständig über die akuellen Zwischenstände: Welche Band ist dem großen Ziel einen Schritt näher gekommen? Wer hat gerade die Hälfte des Geldes zusammen? „Wir wollen die Fans entscheiden lassen, welche Band eine Platte aufnimmt“, sagt Sellaband-Geschäftsführer Johan Vosmeijer, der früher schon für Sony gearbeitet hat. „Ich möchte eine Alternative bieten zu den derzeit bestehenden Modellen.“ Dass die Zukunft der Musik im Internet liegt, ist schon seit einiger Zeit klar. Hier beginnen mittlerweile Karrieren, etwa die der Rockband Arctic Monkeys oder der britischen Sängerin Lily Allen.

Sie wurden über die Online-Community Myspace bekannt. Hier stellten sie erste Songs vor, hier gewannen sie zahlreiche „Freunde“ - wie die Liste der bestätigten Kontakte auf dem Portal heißt.

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