Internet-Protokoll-basiertes System
Durchsagen per Netzwerk

Die Versorgung von Lautsprechern für Durchsagen und Hintergrundmusik über die Netzwerk-Infrastruktur ermöglicht flexible Konfigurationen.

hiz DÜSSELDORF. Die Beschallung von Bahnhöfen und Kaufhäusern kann mit Netzwerkkomponenten vereinfacht werden. Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) hat dazu das Internet-basiertes Audio-Übertragungs- und Durchsagessystem IPcom vorgestellt. Mit dem Verfahren können Musik und Sprachinformationen im MP3-Format individuell auf Lautsprechersysteme übertragen werden.

Es handelt sich hierbei um ein Durchsage- und Beschallungssystem, das die Audiodaten im MP3-Format direkt an die Standorte der Lautsprecher liefert. Dort installierte Decoder mit Audioverstärkern dekodieren den Datenstrom und versorgen die Lautsprecher. Dabei hat jeder Decoder seine eignen IP-Adresse und kann so von der Zentrale gezielt angesteuert werden. Durch die IP-Technologie kann das System leicht in vorhandene Netzwerke integriert und über das Internet von verschiedenen Endgeräten aus angesteuerte werden. Dadurch können per Software beliebige Gruppen gebildet werden. Eine Verspätung ist dann nur auf dem betroffenen Gleis zu hören, ein Gleichwechsel auf mehreren und einen Alarmierung über alle Lautsprecher. Konfiguration und Steuerung erfolgen über eine grafische Oberfläche am Computer. Gedacht ist das System für Kaufhäuser, zur firmeninternen Kommunikation, als Informationsanlage in öffentlichen Bereichen, für MP3-Streaming im Heimbereich oder als Assistenzsystem für gezielte Durchsagen in einzelnen Räumen.

Als Datenquelle für konstante Texte, Jingles oder Musik kann die Festplatte eines Rechners dienen, ein Mikrofon-Modul dient zum Anschluss an verschiedene analoge Quellen und ein Telefon-Gateway zum Anschluss an ISDN-Anlagen. Weitere aktive und passive Lokalisierungssysteme befinden sich bei den Fraunhofer-Instituten in Entwicklung. Als Ergänzung zur Ethernet-basierten Übertragung wird derzeit an einer Datenübertragung mittels Stromnetz gearbeitet. Dadurch würde die Installation getrennte Kabel entfallen und die Montage wäre an Orten möglich, wo zwar Stromanschluss, jedoch kein Ethernet vorhanden ist.

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