Internet-Sicherheit
Sichere Briefkästen für E-Mails

Die Bundesregierung plant einen rechtsverbindlichen Dienst für die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden. Über die De-Mail sollen schon ab 2010 Bescheide, Rechnungen, Kündigungen oder Verträge vertraulich und rechtssicher versendet werden können.

BERLIN. Wenn der Postmann vergeblich klingelt und das Einschreiben der Bank oder Verwaltung in der Post-Filiale abgeholt werden muss, ist das nicht nur zeitraubend, sondern auch ärgerlich. Vor allem dann, wenn durch diese Prozedur wichtige Fristen nicht gewahrt werden können. Das Bundesinnenministerium will nun mit einer rechtssicheren E-Mail, der sogenannten "De-Mail", Schwung in lästige Alltagsgeschäfte mit Behörden, Firmen, Versicherungen und Finanzinstituten bringen. Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche den Gesetzentwurf für die neue rechtsverbindliche Online-Kommunikation verabschiedet.

Über die De-Mail sollen schon ab 2010 Bescheide, Rechnungen, Kündigungen oder Verträge vertraulich und rechtssicher versendet werden, ohne dass umständlich mit Signaturen herumlaboriert werden müsste. "De-Mail soll so einfach werden wie E-Mails und dabei so sicher und verbindlich wie die Papierpost", sagt Hans Bernhard Beus, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik.

Der Plan besteht darin, dass jeder Bürger eine sichere E-Mail-Adresse erhält, die nach strengen Auflagen von privatwirtschaftlichen Providern über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung betrieben wird. Zur Jahresmitte wird in Friedrichshafen ein Pilotprojekt starten, an dem sich neben Bürgern und Behörden auch Banken, Sparkassen, Versicherer, Handwerker sowie Großunternehmen beteiligen. Die Infrastruktur wird unter anderem von United Internet (Web.de, GMX, 1&1) und der Telekom-Tochter T-Systems aufgebaut. Infrage kommen nur Betreiber, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziert worden sind.

Die Provider sorgen für gegenseitig authentifizierte und verschlüsselte Kommunikationskanäle. "Daten, die der Nutzer zur Übertragung oder Speicherung an einen De-Mail-Dienst übergibt, werden chiffriert und integritätsgeschützt", erklärt T-Systems-Chef Reinhard Clemens. Die Kommunikation läuft über das vom Online-Banking bekannte SSL-Verfahren. Zusätzliche Maßnahmen sollen Manipulationen verhindern.

Ziel sei es, ein lebensechtes Szenario mit möglichst vielen Anwendungsbereichen zu entwickeln, etwa rechtsverbindliche Abschlüsse von Versicherungspolicen oder die komplette Verlagerung von Verwaltungsvorgängen ins Internet, sagt Clemens. Sogar Einschreiben und Zustellurkunden könnten künftig gemailt werden. Der Bund verspricht sich davon nicht nur eine größere Datensicherheit, De-Mail soll Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung jährlich Kosten in Milliardenhöhe für Porto und Bearbeitung sparen.

Praktisch läuft die Sache so ab: Die Nutzer benötigen keine Software, sondern registrieren sich über die Webseite "de-mail.de". Um den De-Mail-Account freizuschalten, müssen sich die Nutzer persönlich, etwa in einer Bankfiliale, mit Ausweis authentifizieren. Dieser Gang bleibt Nutzern nicht erspart. Ebenso wenig wie eine wenig griffige De-Mail-Adresse, die dieser Systematik folgt: Vorname.Nachname(Nummer)@Diensteanbieter.zertit.de - also beispielsweise "ferdi.fuchs13@gmx.zertit.de".

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