Internet-Suchmaschine scannt Bücher trotz Klagen wieder ein
Google streitet weiter mit Buchverlagen

Google steuert auf Konfrontationskurs mit der Verlagsbranche. Die Internetfirma wird die Digitalisierung urheberrechtlich geschützter Bücher wieder aufnehmen - trotz der Kritik und der Klagen von Autoren und Verlagen.

HB/tor NEW YORK. Nach Informationen des "Wall Street Journal" will Google "schon bald" wieder Bücher aus Bibliotheken der Universitäten Stanford und Michigan einscannen, um sie für seine Suchmaschine nutzbar zu machen. Die Verlagsbranche sieht darin eine Verletzung der Urheberrechte und hat in den USA bereits eine Klage vor Gericht eingereicht.

Google geht es darum, den Nutzern seiner Suchmaschine das Auffinden bestimmter Schlüsselwörter in Buchtexten zu ermöglichen und ihnen Textauszüge zur Verfügung zu stellen. Nur jene Verlage und Autoren, die von sich aus das Einscannen verbieten, können sich davor schützen. Die gerichtliche Auseinandersetzung über die Urheberrechtsfrage könnte für die weitere Nutzung von Büchern im Internet richtungsweisend sein. Während Google das öffentliche Interesse an dem Zugang zu und der Auswertung von Printprodukten betont, fürchten Verlage und Autoren, dass ihre Urheberrechte ausgehebelt werden.

"Wir ziehen es vor, mit den Verlagen zusammenzuarbeiten", sagte Google-Managerin Susan Wojcicki dem "Wall Street Journal". Sie betonte, dass die Firma sich zunächst auf Bücher konzentrieren werde, die heute nicht mehr gedruckt würden. Damit will Google offenbar der Kritik begegnen, sein Vorgehen mindere den Umsatz der Verlage. Allerdings fallen bei den beiden Bibliotheken, mit denen Google zusammenarbeitet, nur knapp 20 Prozent der Bücher in diese Kategorie.

Für Google ist der Streit nicht ungefährlich, kratzt er doch am Image der "Weltverbesserer", das sich die Firma selbst verpasst hat. Zur Unterstützung hat das Unternehmen jetzt den bekannten Rechtsanwalt und Politikberater Elliot Schrage verpflichtet. Schrage hatte bereits der Bekleidungskette GAP geholfen, die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern in Billiglohnländern zu verbessern.

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