Internet, Telefonie und TV
Dreiklang setzt Investoren unter Zugzwang

Das so genannte „Triple Play“ aus Internet, Telefonie und TV gilt als zukunftstaugliches Paketangebot. Doch mit dem Verkauf hapert es.

DÜSSELDORF. Das Angebot von Internet, Telefon und Fernsehen aus einer Hand erfreut sich großer Beliebtheit – zumindest bei den Anbietern. Deutsche Telekom, Hansenet, Arcor, Kabel Deutschland und andere Firmen, die auf Triple Play setzen, können neue Einnahmequellen gut gebrauchen. Die Preise für TV-Kabelzugänge stagnieren, für Festnetz- und Mobilgespräche sowie fürs Breitbandinternet sinken sie. Die üppigen Margen schmelzen weg. Zusätzliche Dienste und Inhalte sollen die Zukunft sichern – und lösen derzeit Milliardeninvestitionen in Infrastruktur aus.

Ob die sich rechnen, ist fraglich. Derzeit sind Telekomkonzerne und Kabelnetzbetreiber im Wettlauf, den Kunden Netzzugang, Sprachübertragung und Fernsehen auf einer einzigen technischen Plattform auf Basis des Internet-Protokolls anzubieten. Grundsätzlich dazu geeignet ist sowohl die DSL-Technologie der Telekommunikationsbranche als auch das Coax-Kabel der TV-Kabelnetzbetreiber. „Vor allem die klassischen Telefongesellschaften müssen viel Geld in die Hand nehmen und in Technik investieren“, sagt Telekom-Fachmann Torsten Gerpott, Professor an der Universität Duisburg.

Gleichzeitig versuchen auch die Mobilfunkbetreiber, im Multimediageschäft Fuß zu fassen. Um Videos auf Handybildschirme zu bringen, sind Investitionen notwendig, die zugleich die Betriebskosten senken sollen – sie liegen laut Beratungsunternehmen Oliver Wyman bei 20 Prozent des Umsatzes eines Mobilnetzbetreibers. „Künftig müssen die Mobilfunknetze mehr leisten, sollen aber weniger kosten“, sagt Stephan Zoll von Oliver Wyman.

Die Auftragsbücher der Anbieter von Netzwerktechnologie sind wegen dieser Investitionslawine prall gefüllt. Vieles, was Netzausrüster schon lange in der Pipeline haben, wird nun massenhaft benötigt – etwa Technologie, um Router und Switches in den Netzen auf die Verbreitung von Videos vorzubereiten oder Lösungen, um auch hoch komplexe Netze mit Hilfe von Software günstig zu warten und zu betreiben. Hinzu kommt, dass die neuen Netze auch abgesichert werden müssen. Schon in normalen Computernetzen werden täglich rund 20 neue Sicherheitslücken entdeckt, sagt Doug Wiemer, Projektleiter bei Alcatel-Lucent Ventures: „Wenn Unternehmen und Diensteanbieter ihr Produktportfolio vergrößern und komplexe Triple-Play-Dienste anbieten, sind Systeme und Anwendungen noch stärker gefährdet.“

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