Internet, Telefonie und TV werden auf einer einzigen technischen Plattform vereint
Netzbetreiber setzen auf „Triple Play“

Es sind martialische Vokabeln: Philipp Geiger von der Solon Management Consulting hat seine Studie zum Wettstreit zwischen Kabel und DSL um den Triple-Play-Kunden „War of Platforms“ genannt. Für den Autor ist die derzeitige Phase der Differenzierung im jungen Markt für die Anbieter entscheidend. „Ist der Kunde erst einmal mit mehreren Diensten gebunden, werden konkurrierende Anbieter es schwer haben, ihn zum Wechsel zu bewegen“, sagt Geiger.

HB MÜNCHEN. Die Plattformen, die immer stärker miteinander rangeln werden, sind die DSL-Technologie der Telekommunkationsbranche und das Coax-Kabel der TV-Kabelnetzbetreiber. Auf beiden Seiten wird bereits heute das Triple Play vermarktet – es geht dabei um Internet, Telefonie und TV aus einer Hand. Die Köder der Anbieter: Das ganze Bündel bekommt der Verbraucher günstiger, als wenn er alle Dienste separat von unterschiedlichen Firmen einkauft. Zudem erhält er nur noch eine Rechnung und benötigt nur noch einen Kontakt im Kundendienst. Auf der anderen Seite binden die Unternehmen ihre Kunden enger und sparen Marketingaufwand für die Neuakquisition. „Das ist der Deal zwischen Verbraucher und Anbietern“, stellt Geiger fest. Er sieht sogar gute Chancen, dass bald vermehrt vom Quadruple Play gesprochen wird, wenn nämlich das Produktbündel um Mobilfunkminuten als vierten Baustein erweitert wird.

Der Krieg der Plattformen wird den Verbrauchern neben dem Preisverfall aber auch noch eine Fülle neuer Produkte und Anwendungen bescheren. Wenn nämlich erst einmal Internet, TV und Telefonie verschmolzen sind, entstehen Konvergenzprodukte, die Telefonie einfacher, Internet unterhaltsamer und TV komfortabler machen. So wird beispielsweise das persönliche Telefonbuch im Internet geführt und die Nummer beim Anruf im Click-and-call-Verfahren angewählt. „Bei Telefonie und Internet ist aber wenig Differenzierung möglich. Viel spannender wird es beim Fernsehen. Da wird ein völlig neuer Konsum ermöglicht“, sagt der Solon-Manager Geiger.

IP-TV ist für ihn ein ganz neues Medium. Mit Bandbreiten von drei Megabit pro Sekunde kann mit dem heute noch gängigen Kompressionsverfahren MPEG-2 ferngesehen werden. Das Besondere an der Technologie: Die IP-TV-Zuschauer sind nicht mehr an die Ausstrahlungszeiten gebunden. Sie zappen zwischen den Zeiten, so wie heute zwischen den Kanälen hin und her gesprungen wird. Die Replay-Funktion erlaubt beispielsweise das Sehen des Programms vom vormittag am nachmittag. Und Video-on-demand macht die freie Auswahl der Filme wie in einer virtuellen Videothek möglich. Mit dem persönlichen Videorekorder (PVR) werden gewünschte Programme virtuell gespeichert: Ist ein Beitrag in einem TV-Magazin zu langweilig, kann so einfach vorgespult werden.

Und die Möglichkeiten sind noch größer: Zuschauer von Musiksendern könnten sich eigene Playlists anlegen, Tennis-Vereine einen eigenen Community-Kanal zulegen, um Mitgliedern jederzeit das Turnier vom Wochenende vorzuspielen. Und der Server weiß, wer was sieht und kann Programmvorschläge machen, so wie Amazon derzeit Bücher empfiehlt, die angesichts des bisherigen Kaufverhaltens vielleicht auch interessant sind.

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