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Internet-Unternehmer Falk bleibt in Haft

Der unter Betrugsverdacht stehende Hamburger Internet-Unternehmer Alexander Falk bleibt auch nach 15 Monaten Untersuchungshaft hinter Gittern. Das entschied das Oberlandesgericht der Hansestadt (OLG) am Mittwochabend.

dpa HAMBURG. Der unter Betrugsverdacht stehende Hamburger Internet-Unternehmer Alexander Falk bleibt auch nach 15 Monaten Untersuchungshaft hinter Gittern. Das entschied das Oberlandesgericht der Hansestadt (OLG) am Mittwochabend.

Es hob damit eine vom Landgericht beschlossene Haftverschonung auf, wie ein Gerichtssprecher sagte. Nach Einschätzung des OLG besteht weiter Fluchtgefahr, da Falk eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten habe. Sein Verteidiger kritisierte die Entscheidung und kündigte eine Verfassungsbeschwerde an.

Die Justiz wirft Falk verbotene Kursmanipulation in zwei Fällen, Betrug in einem besonders schweren Fall sowie Steuerhinterziehung in vier Fällen vor. Der einstige Star des Neuen Marktes soll mit sieben Mitbeschuldigten den Umsatz und damit den Aktienkurs seiner ehemaligen Internet-Firma Ision kurz vor deren Verkauf an die britische Energis 2001 künstlich aufgebläht haben.

Die Hamburgische Justiz hatte die U-Haft für Falk bereits mehrfach geprüft, eine Freilassung aber immer verworfen. Überraschend hatte das Landgericht in der vergangenen Woche beschlossen, Falk gegen eine Kaution von 2,5 Mill. Euro und Meldeauflagen auf freien Fuß zu setzen. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin beim Oberlandesgericht Beschwerde gegen die Haftverschonung ein und bekam nun Recht.

In der Begründung des OLG heißt es, Falk bleibe dringend tatverdächtig. Er habe bislang kein Geständnis abgelegt. Somit bestehe Gefahr, dass der 35-Jährige seinen bereits einmal gehegten Plan aufgreift, Deutschland mit Frau und Kind zu verlassen.

Falks Verteidiger Gerhard Strate bezeichnete die Entscheidung als „absolut nicht nachvollziehbar“. Statt als kontrollierende Instanz betätige sich das Oberlandesgericht als Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger kündigte an, Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einzulegen.

Anfang November will das Hamburger Gericht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Der Prozess gegen Falk könnte dann im Dezember beginnen. Bei einer Verurteilung wegen Betrugs in besonders schwerem Fall drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Alexander Falk hatte den geerbten gleichnamigen Stadtplan-Verlag 1995 verkauft und mit dem Erlös in verschiedene unternehmerische Aktivitäten investiert. Die meisten Firmen, an denen Falk beteiligt war, sind mittlerweile entweder vom Markt verschwunden, insolvent oder haben neue Besitzer.

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