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Internet-Unternehmer Falk bleibt in Haft

Der des schweren Betrugs angeklagte Internet-Unternehmer Alexander Falk bleibt weiter in Haft. Das Hamburger Landgericht lehnte einen Antrag der Verteidigung auf Haftentlassung ab.

dpa HAMBURG. Der des schweren Betrugs angeklagte Internet-Unternehmer Alexander Falk bleibt weiter in Haft. Das Hamburger Landgericht lehnte einen Antrag der Verteidigung auf Haftentlassung ab.

Es bestehe noch ein „dringender Tatverdacht“ gegen den 35- jährigen, sagte der Vorsitzende Richter Nikolaus Berger am Donnerstag. Der frühere Börsenstar Falk soll durch Scheinumsätze den Wert seiner Firma Ision in die Höhe getrieben und bei deren Verkauf an die britische Energis Ende 2000 einen überhöhten Preis kassiert haben. Er sitzt seit mehr als eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Die Verteidigung übte massive Kritik an der Entscheidung des Gerichts und kündigte an, über einen Befangenheitsantrag gegen den Richter nachzudenken.

Berger begründete den Beschluss der Großen Strafkammer unter anderem damit, dass auch das Gutachten eines von der Verteidigung bestellten Sachverständigen den Betrugsvorwurf gegen Falk nicht habe entkräften können. „Die Stellungnahme des Sachverständigen stützt sich nur auf wenige Unterlagen sowie die Angaben des Angeklagten“, sagte der Richter. Falks Anwalt Thomas Bliwier warf dem Gericht dagegen vor, dem Wirtschaftsexperten trotz gegenteiliger Behauptungen nicht alle nötigen Unterlagen zur Verfügung gestellt zu haben. „Das ist eine gezielte Täuschung der Verteidigung“, meinte Bliwier.

Der Regensburger Wirtschaftsprofessor Jochen Drukarczyk hatte in dem Verfahren ausgesagt, die behaupteten Scheinumsätze hätten den Wert der Ision nicht beeinflusst. Dem Käufer Energis sei somit kein Schaden entstanden. Das Gericht jedoch hält diese Argumente für nicht tragfähig und geht weiter davon aus, dass der Energis ein Schaden von mindestens rund 47 Mill. Euro entstanden sei. „Es gibt keinen Zweifel, dass Falk mit einem Schadenseintritt bei der Käuferin Energis rechnen musste und gerechnet hat“, meinte Richter Berger.

Falk-Verteidiger Bliwier kritisierte, die Strafkammer stelle ausschließlich auf die subjektive Sicht von Energis ab und verstoße mit ihrem Beschluss gegen die Regeln der objektiven Unternehmensbewertung. „Das kann nicht so stehen bleiben. Auch die Rechte von Herrn Falk wurden verletzt“, meinte Bliwier. Die Verteidigung werde noch zur Sprache bringen, dass die Energis ihrerseits mit dem Erwerb der Ision Bilanzfälschungen betrieben habe.

Neben dem Vorwurf des schweren Betrugs werden Falk auch Kursmanipulation und Steuerhinterziehung zur Last gelegt. Mit ihm müssen sich fünf weitere Manager vor Gericht verantworten.

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