Internetbranche: Google will so hipp wie Facebook sein

Internetbranche
Google will so hipp wie Facebook sein

Der Suchmaschinen-Konzern überrascht die Nutzerwelt mit einer neuen Funktion: Künftig ziert eine Art „Gefällt mir“-Button die Suchergebnisse, so wie man es von Facebook kennt – eine Abwehr-Attacke im Wettkampf mit Facebook.
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New YorkGoogle fügt seinen Suchergebnissen eine Art „Gefällt mir“-Button hinzu, wie man ihn von Facebook kennt. Nutzer können demnach künftig Suchergebnisse bewerten und bei Internetsuchen die Bewertungen von Freunden einsehen. Das teilte Google am Mittwoch in seinem offiziellen Blog mit. Die Suchmaschine bedient sich damit einer wesentlichen Funktion, die den Erfolg des sozialen Netzwerkes Facebook ausmacht. Der Schritt ist eine klare Abwehr-Attacke des Suchmaschinen-Unternehmens im Zweikampf zwischen den beiden Internet-Giganten um die Vorherrschaft im Netz.

Die Funktion nennt sich „+1“ – ein kleiner klickbarer Button mit dieser Aufschrift findet sich jeweils rechts des Suchergebnisses. Der Schritt ist auch deshalb so bemerkenswert, weil Google seine Suchergebnisse streng nach Relevanz ordnet. Dafür sorgt der Suchalgorithmus, den die Unternehmensgründer Larry Page und Sergey Brin vor einem Jahrzehnt entwickelt haben – und der bis heute der Schlüssel zum Erfolg von Google ist. Mit der neuen Funktion nun lässt Google die Suchergebnissen von einem Faktor außerhalb des Google-Algorithmus’ beeinflussen– von der sozialen Bedeutung.

„Unser Ziel bei Google ist es, Euch die relevantesten Ergebnisse in kürzester Zeit zu liefern“, erklärt Produktmanager Rob Spiro den Nutzern in dem Blogbeitrag, „aber bei Relevanz geht es um Beziehungen ebenso wie um Wörter auf Webseiten.“ Die neue Funktion könne zum Beispiel sinnvoll sein, erklärt er weiter, wenn man nach einer Skihütte für den Winterurlaub suche, „und neben einer Unterkunft erscheint das +1 Deiner skifahrenden Tante“. Neben Empfehlungen von bekannten Personen kann auch die Gesamtanzahl aller Empfehlungen angezeigt werden.

Der rasende Erfolg des sozialen Netzwerkes Facebook mit seinen weltweit 600 Millionen Nutzern und einem angeblichen Wert zwischen 50 und 65 Milliarden Dollar hat Google nervös gemacht. Der Suchmaschinenkonzern fürchtet um seine Werbeeinnahmen und muss handeln. Schon in der Vergangenheit hatte Google versucht, von dem Boom der sozialen Vernetzung zu profitieren und unter anderem mit Google Buzz ein eigenes soziales Netzwerk geschaffen.

Bei der neuen sozialen Funktion bedient sich Google der Daten, die Nutzer bei der Suchmaschine bereits hinterlassen haben, zum Beispiel Chatpartner oder Kontakte. Später, so heißt es, könnten weitere soziale Verbindungen berücksichtigt werden, zum Beispiel Kontakte auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Die neue Funktion werde nach und nach eingeführt, erklärt Google, man starte mit den englischen Suchergebnissen auf www.google.com. Neugierige können sich auf einer Experiment-Seite eintragen.

Kommentare zu " Internetbranche: Google will so hipp wie Facebook sein"

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  • Nun ja, wer eine Seite empfehlen will, kann das nicht auf eben dieser Seite tun, sondern muß zurück zu den Suchergebnissen. Andererseits muß jemand die Website gar nicht besucht haben, um sie zu mögen. Mit dieser Funktion gewinnt Google bei mir garantiert keinen Blumentopf.

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