Internetnutzer überschätzen Sicherheit
Gefährlicher Leichtsinn beim Online-Banking

Internetnutzer überschätzen die Sicherheit von Banking-Portalen oft, das ist das Ergebnis einer in Kooperation mit Handelsblatt.com, wiwo.de und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführte Studie. Die entscheidende Schwachstelle wurde dabei auch identifiziert: Der eigene Rechner.

HB DÜSSELDORF. Neun von zehn deutschen Internet-Usern nutzen die Möglichkeit, Bankgeschäfte online abzuwickeln. Die verbleibenden zehn Prozent der Online-Bevölkerung scheuen in erster Linie wegen Sicherheitsbedenken vor dieser Technik zurück. Insbesondere die Sorge vor Phishing, also dem Ausspionieren von Zugangsdaten und Transaktionsnummern, ist weit verbreitet. Dennoch verwenden 96 Prozent der Online-Kunden zumindest sporadisch die Webportale ihrer Banken.

80 Prozent gehen sogar davon aus, dass die Portale sicherer sind als eine Kundensoftware zur Kontoverwaltung. Diese vermutete Sicherheit ist möglicherweise trügerisch. Dies ergab die Trendstudie Bankpräferenzen des Consulting- und Softwarehauses PPI AG.

Während die Integrität der Bankportale in den meisten Fällen außer Frage steht, ist dies für die Computer der Nutzer nicht zwingend gewährleistet. Beispielsweise können trojanerinfizierte Kundenrechner die Zugangsdaten-Eingaben der Nutzer aufzeichnen und an Unberechtigte versenden. Während dieses Risiko beim eigenen Rechner überschaubar ist, sind die Daten bei einem Kontozugang über fremde Rechner, beispielsweise in Internet-Cafés, Trojanerangriffen ausgesetzt. Dies ist eine reale Gefahr, denn mehr als drei Viertel der Portalnutzer bezeichnen es ausdrücklich als wichtig, dass sie von mehreren Rechnern aus auf ihr Konto zugreifen können.

Andere Zugangsverfahren bieten hingegen größere Sicherheit, wie beispielsweise die Kombination einer Kontoführungssoftware mit einem Kartenlesegerät. Obwohl entsprechende Lösungen bereits seit Langem angeboten werden, haben sie sich noch nicht durchsetzen können. Der Grund: Die Bereitschaft, eigenes Geld in die Sicherheit zu investieren, ist gering. Nur 23 Prozent der Privat- und 38 Prozent der Geschäftskunden können sich vorstellen, für ein Kartenlesegerät zu bezahlen. Deshalb verwendet bis jetzt nur jeder dreizehnte Bankkunde diese Sicherheitstechnik. Allerdings würden zwei Drittel der Bankkunden ein Lesegerät einsetzen, wenn ihre Bank dieses kostenlos anböte.

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