Internetsoftwarefirma soll gekauft werden
Microsoft an vielen Fronten aktiv

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will offenbar für 500 Millionen Dollar eine Internetsoftwarefirma kaufen. Außerdem wird erwägt, Software für die Spielekonsole X-Box an andere Firmen weiterzugeben. Zudem wird beim Instant-Messaging künftig mit Vodafone kooperiert.

HB NEW YORK/TOKIO. Microsoft will das auf Software für Internetwerbung spezialisierte Unternehmen Claria kaufen. In den seit zwei Wochen geführten Gesprächen sei zuletzt ein Preis von 500 Mill. Dollar genannt worden, schreibt die "New York Times" (NYT) am Donnerstag und beruft sich auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Eine Person aus diesem Kreis habe allerdings behauptet, die Gespräche stünden auf der Kippe, da es bei Microsoft Widerstand gegen den Kauf gebe. Die Gegner befürchteten, der Kauf von Claria könnte Microsoft-Kritiker Anlass zu dem Vorwurf sein, der Konzern wolle künftig an jeden Mausklick im Internet verdienen.

Weder Microsoft noch Claria hätten zu den Verhandlungen Stellung nehmen wollen. Claria ist für Pop-Up-Werbung sowie Software bekannt, mit der Internet-Nutzer auf andere Web-Sites gelotst werden. Vormals firmierte das privat gehaltene Unternehmen unter dem Namen Gator.

Weitergabe von X-Box-Software erwägt

Der Softwareriese wird außerdem die Software für ihre Videospielkonsole X-Box möglicherweise anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. Die japanische Zeitung "Nihon Keizai" zitiert am Donnerstag entsprechend Microsoft-Chairman Bill Gates. Der Sprecher von Microsoft Japan, Kazushi Okabe, bestätigte die Angabe. Allerdings sei die Weitergabe der Software nur eine der Möglichkeiten, die geprüft werde. Microsoft habe früher bereits mit anderen Unternehmen - darunter japanischen Elektronikherstellern - bei der Installation des Betriebssystems Windows zusammengearbeitet, fügte der Firmensprecher hinzu.

Gates hatte allerdings nicht gesagt, welche Software oder welche Unternehmen von den Überlegungen bei Microsoft konkret betroffen wären. Das US-Unternehmen will noch im laufenden Jahr mit dem Verkauf der neuen X-Box 360 beginnen und dem Wettbewerber Sony so Marktanteile abnehmen. Sony bringt neue Spielkonsole Playstation 3 erst im kommenden Frühjahr auf den Markt. Die aktuelle Playstation 2 hat einen Marktanteil von über 50 %. Den Rest teilen sich die X-Box und der Gamecube von Nintendo.

Kooperation bei Instant-Messaging

Zudem wurde am Donnerstag gemeldet, dass die Vodafone Group und Microsoft im Bereich ihrer Instant-Messaging-Systeme zusammen arbeiten. Dadurch können die 165 Millionen Nutzer des Microsoft MSN Instant-Messaging-Service und Nutzer von Vodafone-Mobiltelefone wechselseitig Nachrichten austauschen, berichtet das "Wall Street Journal Europe" (WSJE) am Donnerstag. Bisher können Vodafone-Handynutzer nur Nachrichten mit Nutzern des Vodafone-Instant-Messages-Service austauschen.

Der Vodafone-Wettbewerber T-Mobile geht unterdessen weiter. Er hatte am am Mittwoch mitgeteilt, im Rahmen der neuen "Web'n'Walk"-Angebote werde die US-Suchmaschine Google als vorgegebene Startseite in den Webbrowser der Hochgeschwindigkeits-Handys integriert. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Steigerung von Tempo, Nutzen und Komfort von Internetzugriffen über Mobiltelefone von T-Mobile.

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