Internettechnologie senkt die Kosten des Netzbetriebs und ermöglicht neue Anwendungen
Telekom testet in Slowakei neue Technik

Die slowakische Tochter der Deutschen Telekom stellt als eines der ersten Unternehmen in der Branche auf eine neue Festnetztechnik um. Sie senkt die Betriebskosten und ermöglicht neue Anwendungen.

slo BRATISLAVA. Die Slovak Telecom investierte einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in diese moderne Infrastruktur. Sie basiert auf der Internettechnologie und vereint die bisher getrennten Netzplattformen für Sprach- und Datenübertragung. „In Deutschland werden wir dies bis 2012 abgeschlossen haben“, sagte Roland Kittel, Technik- Vorstand der Telekom- Festnetzsparte, „Wir werden dabei die Erfahrungen aus der Slowakei aufgreifen.“

Nach und nach gehen auch andere Unternehmen der Branche diesen Weg – darunter die Telecom Italia und die britische BT Group. Der stärker werdenden Konkurrenz im Festnetz und sinkenden Umsätzen wollen sie mit neuen Angeboten begegnen, die erst durch die so genannten Netze der nächsten Generation (NGN) ermöglicht werden. Dazu gehört unter anderem: Kapazitäten für schnelle Internetanschlüsse können in den neuen Netzen wesentlich flexibler bereitgestellt und völlig unkompliziert innerhalb von Sekunden auch geändert werden. In den neuen Netzen wird zudem der Festnetzanschluss mobil. Das heißt: Der Nutzer ist überall unter der eigenen Festnetzrufnummer erreichbar – vorausgesetzt: Er hat ein entsprechendes Endgerät. Der Vorteil für den Netzbetreiber: Er senkt seine operativen Kosten, da er nicht mehr unterschiedliche Plattformen gleichzeitig betreiben muss. Die Ersparnis durch die neue Technik schätzt Slovak Telecom auf etwa 30 Prozent.

Die schnelle und radikale Umstellung der Netze ist in der Slowakei auf Grund von regulatorischen Vorgaben notwendig geworden. In Deutschland kann sich die Telekom damit mehr Zeit lassen. Grund: der Konzern hat hier bereits vor einigen Jahren in einem Zwischenschritt auf dem Weg zu Netzen der neuen Generation investiert. Er kann daher bereits einige Anwendungen anbieten, die bei der Slovak Telecom jetzt erst möglich sind. Würde der Bonner Konzern zudem die Umstellung forcieren, würden nach Ansicht von Analysten hohe Sonderabschreibungen auf die bestehende Infrastruktur fällig. Inzwischen hat die Telekom aber nach eigenen Angaben bereits einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in die technischen Vorbereitungen für den NGN-Start hier zu Lande gesteckt. Weitere Investitionen seien von der Kundennachfrage abhängig, sagte Kittel. Erste Angebote auf NGN-Basis wird es voraussichtlich 2005 geben.

In der Slowakei spielt das Festnetz bislang eine deutlich kleinere Rolle als der Mobilfunk. Von 5,4 Millionen Einwohnern haben 3,6 Millionen ein Mobiltelefon und damit knapp 70 Prozent der Bevölkerung. Das Festnetz ist hingegen im Abwärtstrend und wird nur von 1,2 Millionen genutzt. Als Wachstumstreiber in dem Segment gilt allenfalls das Internet, das bisher erst von 500 000 Menschen genutzt wird.

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