Internettechnologien
Adobe peilt einen Internet-Thron an

Das Softwareunternehmen Adobe Systems setzt zum Sprung auf einen der Internet-Throne an: „Unser Ziel ist es, führender Anbieter von Technologien zu werden, mit denen neue Anwendungen für das Internet entwickelt werden“, sagte Chief Operating Officer Shantanu Narayen. Doch Adobe ist nicht der einzige Konzern, der ein Auge auf das Wachstumsgeschäft geworfen hat.

MÜNCHEN. „Das Thema Technologie-Plattform war immer unser Anliegen“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Allerdings wird Adobe derzeit noch vor allem als Software-Unternehmen gesehen, weniger als Technologie-Anbieter. Das US-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 2,6 Mrd. Dollar ist vor allem über seinen Adobe Reader bekannt, ein Programm zum Online-Austausch von Dokumenten. Ein erster Schritt in Richtung Technologie-Lieferant war die Übernahme von Macromedia. Dadurch kam der Flash-Player ins Produktportfolio. Das ist eine Software, mit der die einst starren Inhalte auf den Webseiten flexibler und dynamischer gestaltet werden können. Mit dem Flash-Player werden heute große Teile der Internetseiten programmiert. Zudem läuft das Programm auf über 95 Prozent der weltweiten Computer.

Adobe zielt damit in einen Markt, der erst im Entstehen und dessen Marktvolumen derzeit kaum abzuschätzen ist. Allerdings hat er nicht alleine ein Auge auf das Wachstumsgeschäft geworfen. Vor allem der Softwareriese Microsoft drängt in den Markt mit Internettechnologie. Zudem ist Apple hier aktiv. Im mobilen Internet will wiederum Google mit seiner neuen Technologieplattform Android den Standard setzen, allerdings arbeiten Google und Adobe seit längerem eng zusammen.

Adobe erhöht jetzt den Druck mit der neuen Technologieplattform AIR (Adobe Integrated Runtime), mit der Web-Anwendungen sowohl im Internet-Browser als auch auf dem Desktop genutzt werden können. „Noch gibt es Air nur in der Beta-Version, spätestens 2008 werden wir aber die erste endgültige Version auf den Markt bringen“, sagte Narayen. Mit den bereits üblichen Werkzeugen können Entwickler damit nun Services und Anwendungen schreiben, die sowohl von fest installierten Computern als auch von mobilen Geräten bis hin zu Handys genutzt werden können.

Offensichtlich hat das US-Unternehmen damit den Geschmack der Kunden getroffen. „Wir hatten bereits Hunderttausende von Downloads“, sagt Narayen. Und obwohl es die Software-Technologie derzeit nur in der Testversion gibt, schrieben Entwickler mit ihr bereits erste Anwendungen.

In diese Strategie passt auch der jüngste Einstieg von Adobe in die Textverarbeitung. Anfang des Monats kauften die Amerikaner die Firma Virtual Ubiquity, die mit Buzzword eine kostenlose Online-Textverarbeitung anbietet. „Es geht bei Programmen wie Buzzword nicht darum, im Markt für Textverarbeitung Unternehmen wie Microsoft einen signifikanten Marktanteil wegzunehmen. Es geht darum, eine komplette Produktpalette anzubieten, die eine Kollaboration über das Internet ermöglicht“, sagte Narayen. Entsprechend soll es demnächst auch von Photoshop eine kostenlose Online-Version geben.

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