Interview mit Steve Elfman
„Wir befinden uns in der Steinzeit“

Nach der Fusion mit "Atlas-Mobile" sowie der Deutschen Spieleschmiede Elkware ist das US-Unternehmen Infospace einer der weltweit größten Hersteller von Handy-Software. Steve Elfman leitet dabei in Europa und Nordamerika die gesamte "Mobile"-Abteilung und ist damit Herr über Klingeltöne, Grafiken, Musik, Videos und Spiele. Im Interview erklärt er, warum die Technik bei den mobilen Games seiner Meinung nach noch in den Kinderschuhen steckt - und wagt einen Blick in die Zukunft:
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Was sind die aktuellen Entwicklungen bei den Handy-Games?

Im vergangenen halben Jahr haben wir festgestellt, dass "casual games" wie Solitär den größten Erfolg haben. Die 3D-Technologie spielt hingegen noch keine große Rolle. Das wird sich mit der Weiterentwicklung der Geräte allerdings ändern. Ungefähr ab 2006 werden dann Strategie-Spiele, Konsolen-Portierungen und Multiplayerspiele immer wichtiger werden.

Also wird es schon bald große "mobile gaming communities" geben?

Ich glaube in der Tat, dass dank der fortschreitenden Technologie die Spiele mit großer Community an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören sowohl eigenständige Produkte, als auch eng an PC- und Konsolenspiele angelehnte Services. So wird man beispielsweise direkt über das Handy an seinem Lieblingsspiel teilnehmen können, oder eine Nachricht erhalten, wenn eine wichtige Partie ansteht.

Die beiden Welten kommen sich also immer näher?

Ganz genau. Deshalb war uns auch der Einstieg bei "Atlas-Mobile" so wichtig. Die dort entwickelten Turnier-Spiele sind ein Schritt in diese Richtung. Hier können die Kontrahenten bereits direkt gegeneinander antreten.

Dennoch steckt die Industrie noch in den Kinderschuhen ?

In einigen Bereichen befinden wir uns definitiv noch in der Steinzeit. Besonders was die Technik angeht - da muss noch viel in Gang gebracht und vereinfacht werden. Auf der anderen Seite bin ich immer wieder erstaunt, was wir schon heute auf den einfachen Geräten bewerkstelligen können und wie kreativ die Programmierer mit den begrenzten Möglichkeiten umgehen.

Bisher halten die teilweise undurchsichtigen Download-Methoden viele potentielle Käufer ab. Soll hier etwas geschehen?

Das ist in der Tat eine Sache, die wir optimieren müssen. Der Download soll einfacher und vor allem schneller werden. Deshalb arbeiten wir in unseren Studios an der von Elkware entwickelten Software zum "Spiele-Support" weiter.

Mehr Kunden bedeuten mehr potentielle Werbeeinnahmen. Ist das Sponsoring bereits so weit fortgeschritten, wie bei PC- und Konsolen-Spielen?

Im Moment lautet die Antwort "nein". Aber in den nächsten Jahren wird sich bei den mobilen Games ein attraktives Werbemodell herausbilden. Denn je mehr man zum Beispiel durch Community-Games über seine Kunden erfährt, desto gezielter können Firmen in den Spielen werben und die Zielgruppen ansprechen.

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