IP-Adressraum wird erweitert
Mobiltelefone mit neuen Internetadressen

Da immer mehr Geräte Zugriff aufs Internet haben, werden die Adressen knapp. Als erster Handyhersteller schwenkt Nokia jetzt auf eine neue Adressierung.

hiz DÜSSELDORF. Handyhersteller Nokia (www.nokia.com) stellt die ersten Telefon-Prototypen vor, die mit der neuen Internetadressierung mit dem kryptischen Namen IPv6 arbeiten (ftp.isi.edu).

Im Internet und in Netzwerken hat jedes angeschlossenen Gerät eine so genannte IP-Adresse (Internet Protokoll Adresse). Sie dienen in Netzen als Anschrift und Absender. Darüber erreichen Emails, Internet-Seiten oder auch IP-Telefongespräche (VoIP) ihren Empfänger. Moderne Handys nutzen für die Datendienste, die sie zusätzlich zur Telefonfunktion anbieten, ebenfalls die Internettechnologie und damit IP-Adressen.

Das heute verwendete System, genannt IPv4, hat 32-Bit oder 4,3 Milliarden Adressen. Es wird zentral von der Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, www.icann.org) verwaltet. Jeder der IP-Nummern benötigt, muss diese dort beantragen und lizenzieren. Die bekannten Namen im World Wide Web werden automatisch in IP-Adressen übersetzt.

Als man jedoch vor über 20 Jahren diese Art der Adressierung standardisierte, glaubt man nicht, dass jemals die IP-Ressourcen erschöpft würden. Neue Entwicklungen gehen allerdings davon aus, das alle Geräte im Haushalt und unterwegs, also auch Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher, Radio aber auch jedes elektronische Notizbuch oder jedes mobile Telefon direkt mit dem Internet verbunden sind. Das macht für jeden Haushalt leicht 250 oder mehr IP-Adressen. Erschwerend kommt hinzu, dass sogenannte Class A Lizenznehmer einen Bereich von mehr als 16 Millionen Adressen für sich reserviert haben. Es sind 17 Firmen wie IBM, Apple, AT&T, Ford, General Electric, Hewlett Packard, Mercedes Benz oder Xerox, die früh erkannt haben, dass eine IP-Adresse ein wertvolles Gut sein kann. Während normale Lizenznehmer um jede Adresse bitten und betteln, können die A-Klasse Lizenznehmer aus dem Vollen schöpfen.

Um dem IP-Gau zuvorzukommen, liegt mit IPv6 nun ein Normvorschlag auf dem Tisch der Internet Engineering Task Force (IETF, www.ietf.org). Vorgesehen ist eine 128-Bit Adressierung die Ressourcen für eine astronomische Anzahl von Geräten (3,2 * 1038, das ist eine Drei mit 38 Nullen) bietet. Obwohl die meisten Computermanager die Notwendigkeit sehen, kommt die Umstellung nicht in die Gänge. Im chaotisch organisierten Internet sind nicht alle Übermittlungsgeräte, wie Router, Switches und Hubs auf dem neusten Stand der Technik. Nach Auskunft von Experten, weiß keiner wirklich, was bei einer Umstellung auf den Einzelnen zukommt. Was ist zum Beispiel mit älteren Geräten, die die IP-Adressen im Gerät auflösen und die auf das alte 32-Bit Format fixiert sind?

Allerdings gehen einige Fachleute auch davon aus, dass der Adressraum des heutigen IPv4 schon 2005 erschöpft ist. Der Schritt von Nokia, die die Prototypen zunächst nur an Provider ausliefern, schafft ein Faktum das helfen kann, die Knappheit der Internet-Adressen zu beheben.

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