iPad-Konkurrenz
Microsoft will mit Tablet-Windows punkten

Amerikanischen Medienberichten zufolge arbeitet Microsoft an einem eigenen Betriebssystem für mobile Geräte wie Tablet-PCs. Wie Apples iOS soll die mobile Windows-Variante auf den besonders stromsparenden Prozessoren von ARM lauffähig sein. Das sind schlechte Nachrichten für den Chiphersteller Intel.
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DÜSSELDORF. Microsoft werde eine Windows-Version vorstellen, die erstmals auf Prozessoren der ARM-Architektur laufen werden, zitieren die Nachrichtenagentur Bloomberg und das "Wall Street Journal" Insider. Es soll auf Tablet-PCs und anderen mobilen Geräten wie Handhelds laufen. Einen ersten Blick auf das System wird Microsoft wohl auf der Consumer Electronics Show Anfang Januar gewähren, bis zur Fertigstellung könnten aber noch etwa zwei Jahre vergehen.

In vielen Smartphones wie dem iPhone und auch in Apples iPad stecken die auf niedrigen Energieverbrauch ausgelegten Prozessoren, die auf der ARM-Architektur basieren. Auch der Chipriese Intel optimiert seit mehreren Jahren Stromspartechniken für mobile Geräte, kommt bisher aber nicht auf einen ähnlich niedrigen Stromverbrauch.

Microsoft könnte durch die Allianz mit ARM im Markt mit mobilen Geräten wieder Boden gut machen. Ein vollwertiges Windows für die ARM-Architektur wäre der beste Weg für Microsoft, dem Marktführer iPad einen Dämpfer zu versetzen, zitiert Bloomberg den Analysten Robert Breza von RBC Capital Markets. Bisher sind 95 Prozent aller verkauften Tablet-PCs iPads von Apple. Während Windows auf Desktop-PCs und Laptops weltweit einen Marktanteil von über 90 Prozent hat, konnte Microsoft diese Dominanz nicht auf den Zukunftsmarkt mobiler Geräte übertragen. Die Aktie des Konzerns hat dieses Jahr 7,9 Prozent an Wert verloren.

Für die Prozessorschmiede Intel, die bei Laptops, Servern und Desktop-PCs dominiert, ist die Entwicklung eines Windows für ARM-Prozessoren eine schlechte Nachricht. ARM könnte damit in Zukunft in Intels Geschäftsbereich einbrechen. Mit dem vierkernigen Cortex-A15, der mit 2,5 GHz taktet, hat ARM erstmals einen Prozessor auf den Markt gebracht, der genug Rechenkraft für einen Desktop-PC und Server hat.

Im September hatte Microsoft eine Nutzungslizenz für die komplette ARM-Architektur erworben. Über Kaufpreis und Pläne Microsofts wurde damals Stillschweigen vereinbart. Derartige Lizenzen schließen normalerweise auch das Recht ein, Prozessoren zu modifizieren und anzupassen. So hat auch Apple den A4-Prozessor, der in iPhone 4 und iPad verbaut wird, auf Basis der ARM-Architektur selbst entwickelt.

Microsoft gab unterdessen bekannt, dass seine Windows-Phone-7-Software seit der Einführung vor sechs Wochen in mehr als 1,5 Millionen Smartphones genutzt wird. Damit seien die Erwartungen erfüllt. Das Betriebssystem Windows Phone 7 für Smartphones läuft bereits auf ARM-Prozessoren, ist aber eine komplette Eigenentwicklung ohne Bezug zum klassischen Windows-Betriebssystem.

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