Ist der sich andeutende Aufschwung schon wieder zu Ende?
Unsicherheit in der IT-Branche

Nach einer längeren Pause investieren die Unternehmen wieder verstärkt in Systeme der Informationstechnik. Doch die führenden Anbieter von Computern profitieren unterschiedlich von der Trendwende.

HB MÜNCHEN. Von den vier führenden Herstellern von Serverrechnern konnten IBM und Dell die Absätze deutlich steigern und neue Arbeitplätze einrichten. HP und Sun dagegen kämpfen nach wie vor darum, die Kunden von den Vorzügen ihrer Unternehmenscomputer und Speichersystem zu überzeugen.

Vorsichte Töne kamen auch von bekannten Silicon Valley Unternehmen wie Cisco Systems und National Semiconductor, die in unterschiedlichen Anwendungsbereichen Zeichen einer möglichen verlangsamten Marktentwicklung sahen. So wollte sich der Chef des weltweit führenden Netzausrüsters Cisco, John Chambers, sich trotz eines guten Quartalergebnisses nicht auf eine positive Zukunftsprognose einlassen. Natsem-Chef Brian Halla sieht derzeit eine verminderte Nachfrage nach Handy-Chips aus China als Zeichen einer Sättigung in diesem Markt.

Besonders schmerzlich war es vergangene Woche für HP-Konzernchefin Carly Fiorina, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem sie die Schwächen des Geschäftsbereiches Server und Speicher als schwierigste Problemzone des Konzerns offen legen musste, Konkurrent Dell gerade in diesem Wettbewerbsfeld gut zulegen konnte. Damit ist nicht zu übersehen, dass es nicht wie in den vergangenen Jahren an der Nachfrage liegt, sondern an HPs Produktlinie und Management in diesem wichtigen Angebotsfeld.

Die von Carly Fiorina „nicht akzeptierbar“ genannte Entwicklung führte dazu, dass drei Topmanager des im kalifornischen Palo Alto ansässigen Technologiekonzerns den Hut nehmen mussten. Wachsende Kritik macht sich vor allem bei den Analysten der Investmentbanken breit. So sagte nach einem Bericht des Wall Street Journals Frank K. Lee von Credit-Sight, dass der Merger von HP und Compaq zwar zu einer Reduzierung der Kosten geführt habe, bei der Computertechnik aber keine Synergie zu beobachten sei, die zu Wachstum führen würde. Steven Millunovich von Merill Lynch gar forderte schon seit einigen Wochen eine Aufspaltung von HP in eine Drucker- und eine Computerfirma, um besser Ergebnisse für die Anleger zu bekommen.

Bei den Softwarehäusern zeigte SAP und Oracle gute Ergebnisse, während etwa kleiner Anbieter wie Siebel Systems und Peoplesoft mit ihren Quartalsergebnissen nicht zufrieden waren.

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