IT-Branche
„Die ITK-Branche ist gereift“

Auch in Zeiten der Finanzkrise zeigt sich Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer optimistisch. Im Handelsblatt-Interview erklärt er, warum die IT-Branche auch weiterhin eines Wachstumsbranche bleiben wird - und was die Megatrends der Zukunft sein werden.

Nach der letzten Mitgliederbefragung des BITKOM gehen Sie für das laufende Jahr von einem Null-Wachstum aus. Hat diese Prognose angesichts der sich seit Jahresbeginn weiter zuspitzenden wirtschaftlichen Situation noch Bestand?

Wir gehen nach wie vor davon aus, dass der Gesamtmarkt auf Vorjahresniveau bleibt. Diese Prognose werden wir im weiteren Jahresverlauf überprüfen. Dabei tragen die einzelnen Segmente unterschiedliche Vorzeichen. In der IT rechnen wir mit einem leichten Plus. In der Telekommunikation erwarten wir zwar ein geringfügiges Minus, was aber weniger an der Konjunktur, sondern an verfehlten Markteingriffen der EU und am scharfen Preiswettbewerb bei Telefon- und Internetdiensten liegt.

Woraus zehrt der doch relativ große Optimismus, dass die ITK-Industrie mit nur leichten Blessuren durch die Krise kommen wird?

Es gibt im IT-Sektor einige stabilisierende Faktoren. Im gewerblichen Bereich steigt die Nachfrage nach Outsourcing-Leistungen gegen den Trend an, um sieben Prozent. Unsere Kunden wollen in der Krise durch IT ihre Kosten senken und gleichzeitig die Leistung steigern. Zudem legen die Investitionen der öffentlichen Hand kräftig zu, die immerhin ein Fünftel der gesamten IT-Nachfrage ausmachen. Einen zusätzlichen Schub bringt hier das Konjunkturpaket.

Nun war aber das noch verhältnismäßig gute Jahr 2008 stark von guten Geschäften mit IT für Unternehmen geprägt. Hier aber deuten jüngere Zahlen an, dass die Unternehmen ihre IT-Budgets doch kräftig zusammenstreichen werden. Bereitet Ihnen das keine Sorgen?

Natürlich spüren die vom Projektgeschäft abhängigen IT-Anbieter sehr schnell, wenn das Business ihrer Kunden schlechter läuft. Der Spielraum für neue IT-Projekte wird kleiner. Die IT hat heute aber eine viel größere Bedeutung für die Anwender als noch vor einigen Jahren. Der Erfolg vieler Unternehmen hängt entscheidend von der IT ab – in guten wie in schlechten Zeiten. Selbst die Sanierung eines Unternehmens ist heute nur noch mit Unterstützung zeitgemäßer IT-Systeme möglich.

Drohen sich die Unternehmen bei der IT zu Tode zu sparen?

Es wäre ein großer Fehler, IT-Projekte unüberlegt zu stoppen. Moderne IT-Systeme machen die Unternehmen effizienter und können damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten. Das geschieht durch die Verschlankung, Standardisierung, Beschleunigung und Flexibilisierung der Geschäftsprozesse – ein Boom-Thema für IT-Consultants und Anbieter von Unternehmenssoftware. Für die IT-Anwender besteht jede Menge Spielraum, die eigenen Ressourcen effizienter zu nutzen. Stichworte sind unter anderem Outsourcing, On-Demand-Software oder Green IT. Energieeffiziente IT ist kein Schönwetter-Trend, sondern zahlt sich in Euro und Cent aus. Die Unternehmen sollten die Krise nutzen, ihre IT von Grund auf zu modernisieren und damit die Basis für den nächsten Aufschwung zu legen.

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