IT-Branche
Intel setzt auf Software

Intel steht im Abseits. Wichtige Trends hat der Konzern verschlafen. Damit soll jetzt Schluss sein. Der Hardware-Hersteller will ins Software-Geschäft einsteigen. Ein richtiger Schritt im Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit?

DÜSSELDORF. Der Chiphersteller Intel kämpft gegen die Bedeutungslosigkeit in der mobilen Internetwelt. Dazu will der Hardware-Konzern nun ins Software-Geschäft einsteigen. Intel reagiert damit auf einen dramatischen Bedeutungsverlust. War auf dem Schreibtisch-PC "Intel Inside" noch selbstverständlich, haben die boomenden Smartphones den weltgrößten Chiphersteller ins Abseits gedrängt. Das muss sich ändern, fordert Intel-Chef Paul Otellini jetzt.

Intel nimmt sich nun Apple zum Vorbild. Mit einem Betriebssystem für Smartphones namens "Moblin" will der Chipriese gegen Apples OSX für das iPhone, Microsofts Windows Mobile und Googles Android-Betriebssystem antreten. Dafür wurde kürzlich der Software-Spezialist Wind River übernommen. Außerdem ist ein Intel-Online-Softwareshop nach dem Vorbild des AppStores von Apple geplant. Der Schachzug folgt nur Wochen, nachdem der Intel-Chef eine weitreichende Kooperation mit dem Handy-Hersteller Nokia angekündigt hatte.

Intel selbst werde keine Anwendersoftware schreiben, aber eine Plattform für den Vertrieb und Tools als Hilfe für Programmierer anbieten. Die Software soll auf Netbooks, "MID"s (Mobile Internet Devices), oder Smartphones lauffähig sein. Die Hersteller Acer und Asus wollen das Konzept unterstützen.

Wann das System starten wird, ist unklar. Vermutlich dauert es bis 2011. Erst dann stehen deutlich kleinere und stromsparendere Versionen des "Atom"-Prozessors zur Verfügung. Die werden gerade unter dem Codename "Medfield" entwickelt. Nur sie können dem übermächtigen Konkurrenten ARM überhaupt nennenswerte Marktanteile abnehmen.

ARM-Chips von Qualcomm, Freescale, Nvidia oder TI treiben unter anderem iPhone, Google-Handys, Nokias N97 oder auch den MP3-Player Zune HD von Intel-Partner Microsoft an.

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