IT-Branche
Kein Ende des Großrechners in Sicht

Bedrohung Cloud-Computing? Der Konzern Computer Associates glaubt nicht daran, dass Rechner überflüssig werden und die IT komplett in das Web wandert. Vor allem Unternehmen würden dabei nicht mitmachen, sagt CA-Chef John Swainson, der den anbieter aus der Krise geführt hat.

FRANKFURT. Der amerikanische IT-Konzern Computer Associates CA fürchtet keine negative Folgen durch das Cloud-Computing, bei dem Daten nicht mehr auf Rechnern vor Ort sondern im Netzwerk. vorgehalten werden. "Niemand würde ein ganzes Transaktionssystem einer Bank in das Netz verlagern. Im Firmenkunden-Geschäft werden wir weiter IT-Infrastruktur vor Ort haben", sagt John Swainson, der CEO des einst unter Computer Associates firmierenden IT-Unternehmens, dem Handelsblatt.

Cloud - zu deutsch Wolke - meint das weltweit stark wachsende Netzwerk. Hier sollen, glaubt man der entsprechenden Theorie, künftig alle Daten abgelegt werden. Gleichzeitig stellt das Netz auch die Anwendungen, also die Programme zur Verfügung. Vor allem Microsoft-Chef Steve Ballmer und Firmen wie der Internetriese Google propagieren seit Monaten den Wandel hin zum Cloud-Computing.

Würde ein solches Szenario Realität, hätte das massive Folgen für Unternehmen wie CA. Der US-Konzern lebt von Software und Dienstleistungen rund um die IT-Infrastruktur von Unternehmen. CA bietet Werkzeuge, mit denen die IT-Systeme gesteuert und optimiert, ihr Management automatisiert und die Risiken verringert werden können. Dabei stammen mehr als 50 Prozent des Umsatzes aus dem so genannten Mainframe-Umfeld, den immer wieder totgesagten Großrechnern.

"Wenn Steve über Cloud-Computing redet, zielt er vor allem auf die Privatnutzer und kleine Unternehmen. Bei großen Unternehmen sehe ich diese Entwicklung absolut nicht", sagte Swainson. Er erwartet gerade bei den großen Unternehmen in den kommenden Jahren florierende Geschäfte, vor allem bei den Großrechnern. "Die kleinen Firmen haben sich für andere Plattformen oder das Outsourcing entschieden. Die mittelgroßen und großen Unternehmen haben aber ihre Effizienz beim Management der Großrechner so weit gesteigert, dass sie mit der Plattform sehr zufrieden sind", sagte Swainson und ergänzte: "Das ist auch der Bereich, wo wir sehr stark wachsen."

Computer Associates war vor einigen Jahren in massive Probleme geraten. Zum einen erschütterte ein Bilanzskandal die Gesellschaft der bis zur Verhaftung des damaligen CEO führte. Zum anderen hatte das Management über Jahre eine extreme Expansion betrieben, dabei aber vor allem angeschlagene Software-Firmen geschluckt und deren Kunden anschließend auf die eigene technische Plattform gehoben. Die Folge war ein unübersichtliches Produktportfolio.

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