IT-Branche muss handeln
Auch das Internet kann ein Klimakiller sein

Der Klimaschutz wird auch in der IT-Branche immer wichtiger. Intel, Microsoft, Google und Co. haben sich daher zu einer „Computing-Initiative der Klimaschützer“ zusammengeschlossen. Einen eigenen Weg geht das Berliner Internet-Unternehmen Strato, das für den Betrieb seiner Rechenzentren ab Anfang nächsten Jahres nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen verwenden will.

HB FRANKFURT. „Man nimmt es als Verbraucher gar nicht wahr, dass das Internet Strom verbraucht“, sagt Strato-Vorstandschef Damian Schmidt Anfang Juli im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Schließlich machen digitale Informationen im Vergleich zu Autos und Flugzeugen einen ziemlich sauberen Eindruck. Aber auch die Internet-Nutzung ist mit der Emission einer erheblichen Menge von Treibhausgasen verbunden. Der 24-Stunden-Betrieb eines Web-Servers mit einer Leistungsaufnahme von rund 350 Watt benötigt viel Strom. Und der kommt meist aus Kohlekraftwerken.

Die beiden Strato-Rechenzentren in Berlin und Karlsruhe verbrauchen nach Angaben Schmidts 30 Gigawattstunden im Jahr - und sind für einen Kohlendioxid-Ausstoß von 15 000 Tonnen verantwortlich. „Wir wollen null Emission“, sagt Schmidt. Strato habe deswegen seinen Liefervertrag mit dem bisherigen Versorger EnBW gekündigt und einen neuen Vertrag mit der NaturEnergie AG geschlossen, die ihren Strom in Wasserkraftwerken am Hochrhein erzeugt.

„Rechenzentren haben eine hohe Grundlast, da ist Wasserkraft besser als Solarenergie“, erklärt Schmidt. Die Kernenergie hingegen sei für ihn keine Alternative, weil schon beim Bau eines Reaktors mehr CO2 ausgestoßen werde als später eingespart werden könne.

Der Ökostrom ist zwar etwas teurer. Aber Strato habe sich in Verhandlungen günstige Bedingungen gesichert, erklärt der Manager. Auch werde sich die Preisschere irgendwann schließen, da mit steigenden Kosten fossiler Energieträger zu rechnen sei. Gleichwohl kritisiert Schmidt, dass bislang zwar die Erzeugung regenerierbarer Energien staatlich gefördert werde, nicht aber die Abnahme.

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