IT-Branche
Telekomausrüster peppen Stromnetze auf

Stromkonzerne und Internetfirmen arbeiten an einer gemeinsamen Vision: Sie wollen ihr Wissen kombinieren und ein intelligentes Stromnetz schaffen, das den Verbrauch optimiert und die Kosten minimiert. Ein ehrgeiziges Projekt, das den Technikern Kopfzerbrechen bereitet. Die Hintergründe.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Auf der Suche nach neuen Umsatzquellen ist die IT- und Telekommunikationsindustrie in der Energiebranche fündig geworden: Im Verbund mit den Versorgern wollen die Konzerne ein intelligentes Stromnetz entwickeln. Durch einen permanenten Datenaustausch über Internetverbindungen sollen der Verbrauch optimiert und die Kosten für alle Beteiligten gesenkt werden.

Die Netzausrüster sehen im sogenannten "Smart Grid" einen riesigen Zukunftsmarkt. Beispiel Cisco: Der amerikanische Konzern geht davon aus, dass er sein Know-how aus der Internetwelt künftig auch in der Stromversorgung einsetzen kann und damit Umsätze in Milliardenhöhe erzielen wird. "Es geht darum, Daten zu erfassen, zu messen und zu steuern. Das ist wie im Internet", sagt Michael Ganser, Deutschlandchef von Cisco. Die Amerikaner haben mit ihren Produkten für die Kommunikationsnetze wesentlich dazu beigetragen, das Internet bis in die hintersten Winkel der Welt zu bringen.

Die Firma aus dem Silicon Valley startet gemeinsam mit dem Stromanbieter Yello ein Pilotprojekt, an dem 70 Haushalte und Firmen teilnehmen. Die Nutzer bekommen intelligente Stromzähler, die jede Viertelstunde Daten an Yello schicken. Über Zusatzstecker lassen sich die Geräte der Stromkunden zum Beispiel so steuern, dass sie sich immer dann automatisch abschalten, wenn die Energie besonders teuer ist. Die Kommunikationstechnik dafür stammt von Cisco. Das Internet dient als Basis für die Verbindungen.

Auslöser dieser Entwicklung ist eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2006. Durch eine genauere Erfassung von Energiekonsum und-kosten sollen die Haushalte ihren Verbrauch selbst regulieren und die eigenen Kosten ebenso wie ihren Schadstoff-Ausstoß senken können. Stromerzeugern hilft das System, den Verbrauch in Echtzeit zu erfassen, um die teuren Lastspitzen im Stromnetz besser abfedern zu können.

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