IT-Branche und Bundesregierung suchen neue Sicherheitslösungen
Viren-Frühwarnsystem soll Internet sicherer machen

Der IT-Branchenverband Bitkom und die Bundesregierung erwägen den Aufbau eines Internet-Frühwarnsystem – ähnlich den Unwetter-Warnungen des Wetterdienstes.

HB DÜSSELDORF. „Denn bald ist ein bloßes Reagieren auf die inflationären Sicherheitsmeldungen nicht mehr möglich“, betont Günther Welsch, Projektleiter bei Bitkom und Sicherheitsverantwortlicher der Deutschen Telekom. Als Ergänzung zu bestehenden Computer- Notfallteams, den so genannten Certs in Behörden und Unternehmen, soll dieses Frühwarnsystem heraufziehende Viren- und Hackerangriffe erkennen, sogar ganz neue Bedrohungen erahnen und die Fachleute in den Certs vorwarnen, berichtet die Computer Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe.

„Die ersten Schritte sollten automatisch ablaufen, Menschen können die Komplexität nicht mehr durchschauen“, empfiehlt Paul Frießem, Forscher am Fraunhofer Institut für sichere Telekooperation. Zur Analyse müsste das Frühwarnsystem Netzdaten sammeln und über selbstlernende Algorithmen auswerten. Allerdings müssten entsprechende Simulationsmodelle noch entwickelt werden, außerdem dürfte ein solches System riesige Rechen- und Speicherressourcen verschlingen.

Stefan Grosse vom IT-Stab des Bundesinnenministeriums will bis Jahresende prüfen, ob und wie ein solches System umgesetzt werden könnte. Für Grosse ist jedoch klar: „Technische Systeme alleine reichen nicht.“ Auch der Mensch müsse miteinbezogen werden – Informanten aus Hacker-Kreisen angeworben und der Informationsfluss zwischen den Cert-Experten verbessert werden.

Ungelöst ist noch das Problem, wie die Frühwarnungen in konkrete Abwehrmaßnahmen umgesetzt werden könnten. So wäre es zwar möglich, dass große Netzbetreiber beim Aufziehen eines Wurm-Orkans die benutzen Kommunikationskanäle sperren und so die Virenflut eindämmen. Nur: Rechtlich ist das bisher nicht zulässig.

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