IT der Zukunft
So sieht Ihr PC der Zukunft aus

Das Smartphone muss nicht mehr an die Steckdose, der PC schrumpft auf Würfelgröße und Passwörter sind passé: Forscher und Firmen arbeiten an der IT der Zukunft. Wie sieht unser nächstes oder übernächstes Gerät aus?

BerlinStellen Sie sich vor, Sie müssten sich keine Passwörter mehr merken. Oder nicht mehr nach Steckdosen für Ihr Smartphone suchen. Oder Sie könnten beim Abendessen den Wein googeln, ohne den Bildschirm mit den Pizzafingern zu beschmieren.

Schön, aber nicht möglich? Doch! Die Computerhersteller arbeiten gerade an neuen Geräten, die den Nutzern das Leben deutlich erleichtern sollen. Einerseits helfen dabei leistungsfähigere Chips, die so etwas wie die Bilderkennung locker erledigen oder Videos funken können. Andererseits kommt mit Windows 10 ein Betriebssystem auf den Markt, das etliche neue Funktionen von Haus aus unterstützt. Für die PC-Hersteller sind diese Innovationen überlebenswichtig: Weil die Käufer lieber ihr Smartphone als ihren PC erneuern und die Menschen in einigen Gegenden der Welt ganz ohne großen Rechner auskommen, schrumpft der Markt.

Was Ihr nächster PC oder Ihr nächstes Smartphone vielleicht kann – ein Überblick.

Keine Passwörter

Es fängt an, wenn man den Rechner hochfährt oder beim Smartphone dem Empfang einschaltet. Und es geht weiter, sobald man im Internet unterwegs ist: Nutzer müssen dauernd Passwörter eingeben. Das verleitet viele zu einer gefährlichen Bequemlichkeit: „123456“ und „123456789“ stehen in der Liste der meistgenutzten Passwörter ganz oben. Einfacher kann man es Hackern kaum machen.

Doch es ist Abhilfe in Sicht: Biometrie soll das Gedächtnis entlasten. Smartphones wie das iPhone und die Galaxy-Geräte von Samsung lassen sich bereits mit dem Fingerabdruck entsperren, der chinesische Hersteller ZTE bietet beim neuen Topmodell Axon auch Spracherkennung und Iris-Scan an. Viele andere Firmen arbeiten gerade an ähnlichen Funktionen. Beim PC dürfte die Biometrie bald ebenfalls Mainstream werden: Microsoft integriert sie mit Windows 10 direkt ins Betriebssystem. Fingerabdruck-, Gesichts- oder Iriserkennung sollen Nutzername und Passwort ersetzen.

Auf der IFA in Berlin waren erste PCs zu sehen, die den Nutzer anhand seines Gesichts erkennen. Diese setzen auf die Realsense-Kamera von Intel, die auch Tiefeninformationen misst und somit den Abstand eines Objekts feststellen kann – eine wichtige Information, um Tricksereien mit Fotos zu verhindern. Nachrüstkameras, die sich per USB anklemmen lassen, sind in Arbeit.

100-prozentige Sicherheit bieten auch diese Systeme nicht, Hacker des Chaos Computer Clubs konnten etwa den Sensor des iPhone austricksen. Mehr Sicherheit bedeuteten sie – klug eingesetzt – aber dennoch. Schließlich ist es möglich, mehrere Absicherungen zu kombinieren, Experten sprechen von Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wenn ein Nutzer sich mit seinem Fingerabdruck anmelde, aber auch sein Smartphone in der Nähe sein müsse, steigere das die Sicherheit enorm, sagt Intel-Manager Sanjay Vora. „Man kann einen Faktor durchbrechen, aber einen zweiten kaum.“

Keine Kabel

Das Netzteil vergessen, die Steckdose blockiert: Wenn Notebook und Smartphone auf Reisen der Strom ausgeht, ist die Not groß. Auch das Kabelchaos unter dem Schreibtisch zu Hause nervt, wenn man dazwischen staubsaugen oder weitere Strippen ziehen will. „Die Nutzer haben immer mehr Geräte und daher auch immer mehr Kabel – aber sie wollen das eigentlich nicht“, sagt Intel-Manager Vora. Daher hat sich der Chiphersteller ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Wir wollen ermöglichen, dass man alle Kabel zu Hause lassen kann.“

Da ist zum einen die Stromversorgung: Wie bei elektrischen Zahnbürsten lassen sich Smartphones und PCs per Induktion laden. Der Strom fließt dabei in der Ladestation durch ein Netz von Spulen, die ein Magnetfeld erzeugen – was wiederum den Strom in den Spulen des angeschlossenen Gerätes fließen lässt.

Bei Mobiltelefonen kommt dieses Prinzip bereits zum Einsatz. So ermöglicht Samsung bei den neuen Generationen seiner Galaxy-Smartphones kabelloses Laden; der Möbelriese Ikea hat einige Tische und Lampen im Angebot, die elektronische Geräte mit Strom versorgen können; und Komponentenhersteller wie Mediatek arbeiten an Chips, die alle Übertragungsstandards des kabellosen Ladens beherrschen und sich in beliebige Geräte einbauen lassen. Kostenpunkt: höchstens 10 Euro. Damit die Reichweitenpanik nachlässt, braucht es allerdings viele Ladestationen. Intel-Manager Vora hofft, dass Flughäfen, Restaurants oder Telekommunikationsanbieter diese anbieten, wie sie es bereits mit Wlan-Hotspots tun.

Zum anderen geht es um die Übertragung von Daten, etwa zum Bildschirm – und zwar ohne Verzögerung und in hoher Qualität. Standards wie Airplay von Apple, Widi (Wireless Display) von Intel oder Wireless-HDMI erlauben bereits, Filme, Musik oder Präsentationen von einem Gerät zum anderen zu funken. Der Chiphersteller Intel will nun mit der Prozessorgeneration Skylake die Übertragung erleichtern, Widi wird direkt in den Chip integriert sein. Geht der Plan auf, werden eines Tages alle Geräte mit allen Monitoren kommunizieren können.

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