IT-Firmen
Bitkom will Forschung stärken

Für viele IT-Konzerne ist Deutschland zwar einer der wichtigsten Vertriebsmärkte. Die Forschung und Entwicklung findet aber meist im Ausland statt. Der Branchenverband Bitkom will verlorenes Terrain zurückgewinnen – und drängt seine Mitglieder, die Forschung in Deutschland zu verstärken. Davon erhofft sich der Verband noch einen ganz anderen Vorteil.

MÜNCHEN. Das Land sei in den vergangenen Jahren auf vielen wichtigen Märkten in der Informationstechnologie und der Telekommunikation zurück gefallen, sagte der frischgewählte Bitkom-Präsident, August-Wilhelm Scheer, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Durch verstärkte Forschung könne es Deutschland aber gelingen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Dabei hat Scheer nicht nur die einheimischen Unternehmen im Blick. „Wir müssen Deutschland so attraktiv machen, dass auch ausländische Unternehmen hier wieder mehr forschen,“ sagte der Unternehmer.

Deutschland ist für viele der international führenden IT-Konzerne vor allem ein Vertriebsstandort. Forschung und Entwicklung finden anderswo statt. Beispiel Microsoft: Für den weltgrößten Softwareanbieter ist Deutschland zwar einer der wichtigsten Märkte der Erde. Die Firma betreibt auch ein Forschungszentrum in Aachen. Die Mannschaft dort ist jedoch bescheiden im Vergleich zu den Vertriebsteams hier zu Lande und zu den Forschern in der Zentrale in Amerika.

Nicht viel anders sieht das Bild bei Intel aus, dem weltweit führenden Halbleiterherststeller. Der US-Konzern betreibt in Braunschweig ein kleines Forschungslabor. Viel mehr Leute sind in Deutschland aber als Verkäufer für Intel unterwegs.

Andere bedeutende IT-Konzerne verzichten gleich ganz auf Forschung in Deutschland und setzen nur auf Vertrieb. Obwohl der wichtigste Kunde des amerikanischen Softwareanbieters Citrix in Deutschland sitzt, wird kein einziges Programm der Firma hier hergestellt.

„Es ist nicht der Sinn der Sache, dass wir unseren Nachwuchs erst ausbilden, um ihn dann nach Amerika ziehen zu lassen,“ beklagt Scheer. Denn viele junge deutsche Absolventen heuern bei bekannten Firmen wie Microsoft und Intel an, um anschließend in Übersee zu arbeiten.

Scheer ist vor anderthalb Wochen an die Spitze des Bitkom gewählt worden. Ursprünglich sollte Rudi Gröger neuer Präsident des Verbands der IT- und Telekommunikationsunternehmen werden. Der Manager hatte seine Bewerbung jedoch zurückgezogen, weil er beim Münchener Mobilfunkanbieter O2 gehen musste.

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