IT-Industrie will die Welt der Computer sicherer machen
Vertrauen in Trusted Computing fehlt

Wer seinen Computer mit dem Internet verbindet, braucht heutzutage neben Firewall und Antivirenprogramm auch gute Nerven: Hacker und Störenfriede reiten ihre digitalen Attacken schneller denn je. Der Wurm Slammer infizierte in nur 10 Minuten rund 90 % aller verwundbaren Systeme. So rasch kann kein Antivirencode entwickelt, geschweige denn an alle bedrohten Computer verteilt werden. „Wir benötigen eine neue Sicherheitsarchitektur gegen die Probleme, die wir durch die offene Internetarchitektur haben", sagt deshalb Gernold Hübner, Sicherheitsexperte bei Microsoft Deutschland.

DÜSSELDORF. Die Antwort auf die Bedrohung von Unternehmen und Privatnutzer, die am Internet hängen, sollen Computer sein, die Viren oder andere Softwareschädlinge von sich aus bekämpfen können. Derartige Hard- und Software will die Trusted Computing Group (TCG) künftig in die Rechner integrieren. Zu den Gründungsmitgliedern der Industrie-Allianz gehören die Chiphersteller AMD und Intel, die IT-Branchengiganten Hewlett Packard und IBM und mit Microsoft auch das größte Softwareunternehmen der Welt. Die TCG hat Sicherheitsmechanismen entwickelt, die in eigenen Produkten bereits jetzt zur Anwendung kommen und im nächsten Jahr in PCs, Taschencomputern (PDAs), Netzrechnern und Mobiltelefonen für Geschäftskunden – so genannten Smartphones – eingebaut werden und vor Angriffen von außen schützen sollen.

Ein Smartcard-Chip, der auf der Hauptplatine der Geräte integriert sein wird, soll die Sicherheit garantieren, ohne dass der Nutzer selbst tätig werden muss. Microsoft hat sein Betriebssystems so verändert, dass die Software die Sicherheitsmodule auf den Hauptplatinen nutzt, um einen Speicherbereich als sichere Ablaufumgebung für Programme abzuschotten. „Next Generation Secure Computing Base“ heißt die Technologie, die zunächst als „Palladium“ bezeichnet wurde.

Diese Verzahnung von Hard- und Softwarekomponenten soll die Computer unangreifbar machen. Sobald das geschützte Gerät hochgefahren wird, überprüft der Chip, ob Soft- oder Hardware verändert wurden. Ist das der Fall, lässt die Maschine alle Bestandteile des Systems online durch Server der Industrieallianz untersuchen. Hackerprogramme oder Viren sollen so über automatische Ferndiagnose identifiziert und ausgebremst werden. Grundlage des Trusted Computing sind digitale Verschlüsselungstechnologien.

Dass die Rechner mit dieser Methode sicher werden könnten, ist unbestritten, dennoch gibt es eine wachsende Zahl von Kritikern, die vor negativen Auswirkungen der Sicherheitsstrategie warnen. Sie befürchten, dass beim Scannen des Rechners auch normale Programme als schädlich eingestuft und vom Computer verbannt werden könnten. Darüber hinaus sei nicht klar, welche Informationen bei Überprüfungsprozessen vom PC an die Hersteller übertragen werden.

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