Was stimmt wirklich?: Es ist noch viel Forschung nötig

Was stimmt wirklich?
Die Mythen um den 3D-Druck

Es ist noch viel Forschung nötig

3. Mythos: Wir können beliebige Produkte drucken

„Tee. Earl Grey. Heiß.“ Fans der TV- und Kinoserie „Star Trek“ kennen die Szene: Captain Picard bestellt, der Replikator liefert. Welche Technologie hinter diesem futuristischen Gerät auf dem „Raumschiff Enterprise“ steckt, ist nicht klar, ein 3D-Drucker kann es aber kaum sein.

Denn es ist ein Mythos, dass die Geräte beliebige Gegenstände zaubern können. Zum einen ist die Auswahl an Werkstoffen noch sehr begrenzt. Auch wenn die industriellen Maschinen bereits Metall, Gummi, Keramik und Plastik verarbeiten können, bietet die herkömmliche Produktion viel mehr Möglichkeiten. „Die Entwicklungszeiten neuer Materialien sind enorm, da vergehen oft Jahre“, sagt Ben Jastram, der an der Technischen Universität Berlin das 3D-Labor leitet. Zum anderen können die Drucker bislang nur ein Material verarbeiten. Aber wie viele Alltagsgegenstände bestehen nur aus Plastik oder nur aus Metall?

„3D-Druck ist eine junge Technologie – es gibt noch Themen, die bearbeitet werden müssen“, sagt der Fertigungsexperte Prof. Gerd Witt von der Universität Duisburg-Essen. Produktionstechniken wie Schmieden, Drehen und Fräsen konnte die Menschheit über Jahrhunderte erproben und verfeinern – der 3D-Druck ist erst 30 Jahre alt.

4. Mythos: Jeder kann ein Fabrikant werden

Enthusiasten wie der Forscher Neil Gershenfeld hoffen, dass die 3D-Drucktechnik „die Machtverhältnisse in der industriellen Fertigung“ neu definiert und jeder Mensch zum Kleinfabrikanten werden kann. Was der Leiter des Center for Bits and Atoms am Massachusetts Institute of Technology (MIT) dabei übersieht: Die Technologie ist für Laien zu komplex.

„Wenn man einen Brief schreibt, klickt man nicht einfach auf 'Drucken'. Man muss erst tippen und auf Fehler prüfen. Beim 3D-Druck ist es das Gleiche, nur eine Million Mal schwieriger“, meint Nick Allen, Gründer der Firma 3D Print UK, in einem Beitrag für das Blog Gizmodo. Wer selbst dreidimensionale Modelle erstellen wolle, müsse beispielsweise den Umgang mit einem CAD-Programm erlernen – CAD steht für „computer aided design“. Wer hingegen Modelle von Plattformen wie Thingiverse herunterlade, müsse damit rechnen, dass sie voller Fehler seien.

Auch wenn die Software dem Nutzer immer mehr Aufgaben abnimmt: Ohne Wissen und Erfahrung geht es nicht.

Seite 1:

Die Mythen um den 3D-Druck

Seite 2:

Es ist noch viel Forschung nötig

Kommentare zu "Die Mythen um den 3D-Druck"

Alle Kommentare
  • @pit: Der 'Zweck des Artikels' ist, die in letzter Zeit in den Medien aufgetauchte Behauptung kritisch zu hinterfragen "der 3D-Druck wäre eine neue industrielle Revolution". Und damit hat er zu 100% Recht! Ein künstlicher Hype - kein "Meilenstein" sondern ein eher unspekatakulärer Nebenschauplatz technischen Fortschritts.

  • Ich verstehe den Zweck des Artikels nicht. Es ist doch klar, dass diese Technik wie alle anderen auch Zeit braucht und dass die Weiterentwicklung neue Einsatzmöglichkeiten eröffnet. Heute darüber zu schwadronieren ob die 3D Technik etwa bei VW neben dem Fließband die Getriebezahnräder in JIT herstellt ist unrealistisch. Aber ein Großteil unserer Industrie produziert in Kleinserien oder Variantenproduktion oder auch in Einzelfertigung ihre Produkte her. Ich sehe daher den Einsatz erst einmal in diesen Bereichen. Modelle für unsere körpereigene Ersatzteile wie Herz, Nieren, Zähne etc. oder Teile in der Raumfahrttechnik. Wie es dann weitergeht... Von der Erfindung des Rads bis zu seinem Einsatz in pharaonische Kampfwagen, in der Dräsine im KFZ - das hat ja auch seine Zeit gebraucht.

  • Wenn ich mir die beiden (in ihren Kernaussagen nahezu identischen - warum veröffentlicht und bezahlt Handelsblatt das eigentlich zwei mal?) Artikel des Herrn Kerkmann durchlese und dann die zitierten Aussagen der US-amerikanischen und deutschen Experten dazunehme - sowie die meisten der kritischen Kommentare hier, dann wird es plötzlich sehr verständlich, dass Unternehmen wie google, amazon, ebay apple usw. immer aus den USA kommen und aus Deutschland nur die ans Plagiat grenzenden Nachfolger z.B. der Samwer Brüder.
    Bedenkenträger und phantasielose Linearextrapolierer aller Länder, vereinigt Euch in Deutschland und genießt Euren "Expertenstatus"

  • Deswegen ja auch noch. Ansonsten sind sie kein Gesprächspartner für mich.

  • Für Kleinserien BSD/Linux-Appliances (< 5 Stück die Woche) ausreichend schätze ich! Service / Support damit verbundene Dienstleistung nicht das Gerät werden "vermietet".

    http://de.wikipedia.org/wiki/Appliance

  • Es gibt aber auch bereits preiswerte Lösungen,welche sogar mit variablem Druckraum schon deinen können. Hier z.B.:
    http://www.fabbmatic.com/

  • Die Realität ist, dass die Dinge, die man "Drucken" kann nicht wirklich die Anforderungen erfüllen können, die das Original erfüllen muss. Sei es in Punkto Zehntelmillimeter-Genauigkeit oder Materialqualität, um technische Anforderungen einzuhalten. Man kann nur sogenannte Prototypen drucken, um sie als Muster auszuprobieren, mehr nicht. Alles andere sind Gedankenwirbel von Reportern, die mal wieder aufdrehen, um die Leser anzulocken.

  • Hallo Ockham...ich finde 3D Drucker grundsätzlich prima.

    Allerdings bedarf es in der Tat noch einiger Entwicklungen bis diese mehr machen können als Prototypen und Anschauungsmuster herzustellen.

    Aktuell muss ein 3D CAD File des zu fertigenden Produkts erstellt werden. Nur wenige Mitmenschen können mit 3D CAD arbeiten. Grossartig wäre es wenn es einfache und verständliche 3D CAD Programme gäbe (Apfel i - CAD??). Schön wäre es wenn es preiswerte Geräte zur Vermessung von Gegenständen gäbe.

    Die Materialeigenschaften der durch Lasersintern und dergleichen erzeugten Gegenstände lässt sehr zu wünschen übrig. Die Dichte beträgt häufig lediglich 2/3 der theoretischen Dichte. Die Produkte haben eine geringe Festigkeit, sind spröde, etc. Hier gibt es noch viel zu tun.

    Vandale

  • Die Geräte, die ich auf der Hannovermesse bestaunen konnte, waren schon beeindruckend. Allerdings noch viel zu teuer und viel zu langsam! Für die Industrie, um einen Prototypen auszudrucken aber durchaus schon interessant. Dass wir alle in ein paar Jahren einen 3D-Drucker auf dem Schreibtisch haben werden, halte ich für eher unwahrscheinlich. Jede Menge Dienstleister, bei denen man sich etwas ausdrucken lassen kann, wird es aber mit Sicherheit schon sehr bald in nennenswerter Anzahl geben.

  • Für mich ist dieser Artikel wenig nachvollziehbar und auch nicht plausibel. Wenn ich mich auf dem Weg von meinem Zuhause bist zu meinem Büro einmal umschaue, was mit der jetzigen Technik bereits jetzt aus einen 3D Drucker stammen könnte, bin ich mir sicher, dass der Einfluss dieser Technologie auf unseren Alltag in den nächsten Jahren erheblich steigen wird.

    Die komplexe Anwendung ist auch mit einem "noch" zu versehen, da werden Entwickler mit Software, Prüfzeichen und Algos mit der Zeit genau dafür Sorgen, dass man problemlos freie Modelle sorgenfrei ausdrucken kann und keinen Datengrütze aus dem Drucker kommt. Bleibt der Preis für den Rohstoff, der größtenteils aus Kunststoff besteht und sich den Grenzkosten annähern wird, in wenigen Jahren wird der Rohstoff also kaum mehr kosten, als man für ein Bündel Plastiktüten auch ausgibt...

Serviceangebote