IT-Investitionen
Firmen lassen Rasenmäher ruhen

Die IT-Budgets der deutschen Unternehmen sinken, zeigt die IT-Studie 2009 des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Doch Grund zur Panik besteht nicht. Die Entscheider kürzen ihre Budgets ganz gezielt: Sie sparen im Routinebetrieb und investieren in Zukunftsprojekte.

HANNOVER. Die Unternehmen kappen angesichts der sich zuspitzenden Krise die Investitionen in ihre Informationstechnik deutlich. Das zeigt die IT-Studie 2009, die das Handelsblatt und die Unternehmensberatung Droege & Comp heute auf der Cebit in Hannover vorstellen. Demnach werden die IT–Budgets der 322 befragten Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in diesem Jahr um 4,2 Prozent sinken.

Dennoch besteht nach Ansicht von Droege-Geschäftsführer Torsten Frankenberger kein Grund zur Panik. „Die Budgets gehen im Schnitt zwar herunter. Aber die gute Nachricht ist, dass wir dennoch einige Unternehmen haben, die jetzt in der Krise erst recht investieren“, berichtet der Experte. Tatsächlich gaben immerhin 34 Prozent der befragten Manager an, die Ausgaben für Informationstechnologie im laufenden Jahr aufstocken zu wollen. Elf Prozent der Befragten nannten dabei sogar eine Ausweitung um zehn Prozent und mehr. Dagegen wollen 43 Prozent der Firmen ihre Investitionen kürzen, teilweise um mehr als zehn Prozent.

Damit zeichnet sich ab, dass die Unternehmen im Gegensatz zu früheren Krisen nicht mehr nach der Rasenmähermethode über die Investitionen gehen. Während im Routinebetrieb, in Fachkreisen „Run“ genannt, die Kosten weiter gedrückt werden, wollen die Entscheider ihre Zukunftsprojekte fortsetzen, in denen sie etwa neue Geschäftsideen entwickeln.

„Auch wir durchleuchten unsere IT-Kosten und reduzieren sie im Jahresvergleich weiter“, bestätigt Wolfgang Gaertner, IT-Chef (CIO) der Deutschen Bank, die Ergebnisse der Droege-Studie. „Aber wir halten an unseren strategisch wichtigen Projekten fest, die uns für die Zeit nach der jetzigen Krise positionieren." Eines der großen Themen des Instituts sei die Frage, „wie wir Prozesse weiter automatisieren und die Stückkosten reduzieren können“, sagt Gaertner.

Eine ähnliche Strategie verfolgt Volkswagen, Europas größter Automobilhersteller. Durch Konsolidierung und Standardisierung im IT-Betrieb erziele der Konzern Einsparungen, berichtet VW-CIO Klaus Hardy Mühleck. Bei strategischen Projekten, die auf die Innovationskraft und die Weiterentwicklung des Unternehmens ausgerichtet sind, setzt der Konzern auf das Portfoliomanagement. „Die Projekte für die Geschäftsbereiche behalten ihre Bedeutung und werden nach Budgetlage fokussiert“, sagt Mühleck.

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