IT-Services
Die wichtigsten Outsourcing-Trends

Konsolidierung, Globalisierung, Mini-Offshoring, Öko-Sourcing und Virtualisierung – das künftig die wesentlichen Eckpunkt im Outsourcing.

Der Wettbewerb um die Auslagerungs-Deals ist schlimmer denn je: Die Zahl der Konkurrenten wächst, die der potenziellen Deals geht zurück. Das Online-Magazin www.silicon.com erwartet eine deutliche Konsolidierung im Markt. Gestützt sieht es diese These durch das Branchengeflüster: Anfang Juli hieß es, ein Zusammenschluss des indischen IT-Dienstleisters Infosys Technologies mit der französischen Capgemini-Gruppe stehe bevor. Duncan Aitchison, Managing-Director des Outsourcing-Beratungshauses TPI, sagte gegenüber dem Magazin, selbst wenn das Gerücht sich nicht bewahrheiten sollte, unterstreiche es dennoch die Stimmung im Markt. Auch andere Marktbeobachter erwarten in den kommenden zwei Jahren eine Welle von Akquisitionen und Zusammenschlüssen im Outsourcing-Geschäft. (Siehe auch "Konsolidierungswelle in Europa")

Immer wieder erklingt die Warnung, Indien werde seinen Vorsprung im Offshoring-Markt verlieren. Der kaum zu stillenden Bedarf an IT-Experten überhitze den Markt. Eine größere Bedrohung ist hingegen die aufstrebende IT-Industrie in China. Die Marktforscher von IDC haben kürzlich prognostiziert, dass chinesische Städte im Jahr 2011 die indischen Offshore-Hochburgen Mumbai und Bangalore von der Spitze ihres Global Delivery Index verdrängen. In die Bewertung fließen Aspekte wie Arbeitskosten, Immobilienmieten und Sprachkenntnissen der Fachkräfte ein.

Chinesische Anbieter haben allerdings nicht die Strukturen und Marktkenntnisse ihrer besser positionierten indischen Konkurrenten. Doch ist die McKinsey-Erhebung vor dem Hintergrund interessant, dass sich die Arbeit im IT-Geschäft weltweit verteilen lässt, und immer mehr Regionen an dieser Entwicklung teilhaben wollen. Vorne weg marschieren die so genannten Bric- beziehungsweise Bricm-Länder ( B rasilien, R ussland, I ndien, C hina und M exiko), gleich dahinter folgen Staaten wie Ägypten und Polen. Dabei wächst sowohl die geografische Vielfalt als auch das Spezialistentum. Kleinere Anbieter schaffen es sich in einem zunehmend überfüllten Markt eine Nische zu schaffen. (siehe auch "Die neuen Offshore-Länder und ihre Spezialitäten").

Offshoring gilt gemeinhin als Mittel zum Kostensenken für Großprojekte, indem etwa Back-Office-Funktionen oder komplette Abteilungen verlagert werden. Neue Untersuchungen zeigen indes einen wachsenden Bedarf kleinteiligen Projekten. Einer Erhebung der Marktforscher von Evaluserve zufolge erreicht die Offshoring-Welle mittlerweile auch kleine Firmen und sogar Privathaushalte. Die Analysten nennen es "Person-to-person Offshoring" beziehungsweise P2P-Offshoring.

Das klingt absurd, doch Evaluserve belegt den Trend mit Beispielen aus den USA: Online-Nachhilfe, Web- und Softwareentwicklung, einfache Schreibarbeiten sowie Übersetzungsdienste werden laut Marktforscher zum Teil Offshore betrieben. Kunden sind kleine Geschäfte und Privatpersonen. Den Umsatz beziffert Evaluserve auf 250 Millionen Dollar zwischen April 2006 und März 2007. Im Jahr 2015 soll sich das Marktvolumen auf mehr als zwei Milliarden Dollar belaufen. (siehe auch "Auslagerungsdienste für Spezialaufgaben")

Mit den steigenden Energiepreisen haben die CIOs ihr ökologisches Gewissen auch im geschäftlichen Umfeld entdeckt. Die Frage lautet: Kann das neue grüne Bewusstsein auch Outsourcing-Entscheidungen beeinflussen? Laut CIO Jury, eine Expertenrunde, die regelmäßig von silicon.com befragt wird, spielen ökologische Erwägungen eine Schlüsselrolle bei der Auswahl von Lieferanten und Partnern. Ob diese etwas zaghafte Verpflichtungserklärung auch finanziellen Erwägungen standhält ist fraglich. Immerhin kehrt die IT-Industrie beim Betrieb von Rechenzentren ihre grüne Seite hervor, wie die Diskussion um "green IT" zeigt. Ausgelöst wurde dieser Trend durch den wirtschaftlichen Druck, den steigender Energiepreise erzeugen (siehe auch "Forrester: Im Einkauf spielen grüne Kriterien noch keine Rolle").

Die zunehmende Reife der virtuellen Welten wie Second Life und World of Warcraft macht es den Unternehmen einfacher, Offshore-Mitarbeiter anzuheuern. Sie können Experten verpflichten, um etwa virtuelle Büros aufzubauen, oder sie können Empfangsdamen in Second-Life beschäftigen. Der Markt für Virtual-World-Service ist sehr jung, doch zunehmend Unternehmen zeigen zunehmendes Interesse an den Möglichkeiten der virtuellen Welten. Im Juni hat beispielsweise das US-Unternehmen Entropia Universe eine Kooperation mit einem chinesischen Anbieter von Online-Spielen vereinbart. Zusammen wollen sie eine virtuelle Welt für bis zu sieben Millionen chinesische Kunden baue. Daraus sollen rund 10.000 neue Arbeitsplätze hervorgehen – und zwar "echte" Jobs.

Langfristig können sich Unternehmen die virtuellen Welten zu nutze machen, um dort beispielsweise Helpdesk und Call-Center für den Kundenkontakt zu verbessern. So lassen sich die Kunden sowohl informieren als auch unterhalten. (jha)

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