IT-Strategie
Virtuelle Rechner senken die Fehlerquote

In vielen Unternehmen arbeiten die unterschiedlichsten Programme und Rechner Hand in Hand - unmöglich die Technik kompatibel zu machen, ohne sie alle paar Jahre komplett zu erneuern. Spezielle Programme helfen Mittelständlern darum, Soft- und Hardware zu entkoppeln. Das Ziel: Die IT soll stabiler laufen und seltener ausfallen

BERLIN. Mit den Jahren war es im Serverraum der Karl Westermann GmbH & Co. KG in Denkendorf bei Stuttgart ein wenig unübersichtlich geworden. Verschiedene Betriebssysteme liefen auf verschiedenen Servern – Hardware wie Software stammten aus verschiedenen Jahren. Doch dann zog Westermann, Hersteller von Büro-Trennwänden mit 60 Mitarbeitern, die Notbremse. „Unsere Technik war nicht mehr weit davon entfernt, an ihre Grenzen zu stoßen“, berichtet Geschäftsführer Frank Westermann. „Außerdem wollten wir für künftige Erweiterungen rechtzeitig den Grundstein legen.“ Deshalb beauftragte der Unternehmer einen Dienstleister, die Software auf den Servern zu virtualisieren. Dabei entkoppeln Techniker Software und Hardware voneinander, ohne dass es die Nutzer bemerken. Programme und Server werden auf diesem Weg zentral verwaltet, was die IT-Verwaltung vereinfacht. Das Chaos verschwindet – und die Software läuft stabiler als vor der Virtualisierung.

Wie Westermann ergeht es vielen mittelständischen Unternehmen. Wo vor zehn Jahren noch ein einziger Server ausreichte, ist die IT-Landschaft mit den Jahren rasant gewachsen. Neue Software wurde auf neuen Rechnern installiert – Fachleute sprechen von einer heterogenen System-infrastruktur. Die ist meist aufwändig zu warten und kann Geschäftsabläufe gehörig behindern.

Die Virtualisierung kann ein Ausweg aus dem Technik-Dickicht sein. „Viele Unternehmen wollen so ihre Effizienz steigern“, sagt Peter Schupp, Leiter des IT-Dienstleisters Object-IT in Filderstadt. Gleichzeitig können sie die Kosten senken.“ Diese Vorteile entdecken auch Mittelständler. Letztlich stünden sie schließlich vor denselben Anforderungen an die IT wie große Firmen: Sie müssen immer mehr Funktionen und Programme beherrschen, sagt Schupp. Außerdem haben viele Mittelständler keine eigene IT-Abteilung. Die Systeme zu vereinfachen und weniger fehleranfällig zu machen, steht bei ihnen deshalb ganz oben auf der Agenda.

So gehen die Marktforscher von Gartner davon aus, dass der weltweite Markt für Virtualisierungs-Software trotz der Wirtschaftskrise im laufenden Jahr um 43 Prozent wachsen wird. Während im vergangenen Jahr erst zwölf Prozent der Unternehmen Virtualisierungs-Software einsetze, sollen es im kommenden Jahr schon 20 Prozent sein, sagt Gartner voraus. Denn die Technik helfe nicht nur beim Senken der Kosten, sondern mache es auch möglich, die IT schneller an neue Geschäftsanforderungen anzupassen, begründen die Analysten ihre Prognose.

Wichtigstes Argument für Unternehmer: Nach einer Virtualisierung läuft die Software meist sehr viel stabiler, selbst wenn Firmen verschiedene alte Versionen eines Programms gleichzeitig nutzen. Außerdem legen notwendige Updates nicht mehr die gesamte Arbeit für Stunden lahm, was bisher häufig geschieht. „Durch die Trennung der Anwendungen mit Hilfe der Virtualisierung können Mitarbeiter auch während eines Updates weiterarbeiten“, erklärt Schupp. Denn Programme und Daten sind von der Hardware entkoppelt. Weiterer Vorteil: Lasten werden zwischen mehreren Servern verteilt, wodurch diese schneller, flexibler und besser ausgelastet sind. Das senkt unter dem Strich die Kosten, weil Unternehmen keine überdimensionierten Server-Farmen mehr betreiben müssen.

Und Unternehmen profitieren von einer hohen Ausfallsicherheit, versprechen Anbieter von Virtualisierungs-Lösungen. „Die wird gewährleistet, indem fast jede Anwendung einen eigenen virtuellen Rechner hat“, sagt Schupp. „Durch diese Entkopplung können sich einzelne Anwendungen untereinander weniger stören.“

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