IT
Tischrechner wandern ins Rechenzentrum

Künftig sollen alle Büro-PCs im Rechenzentrum angesiedelt sein. Die Virtualisierung der Desktops spart nicht nur Kosten und reduziert die Ausfallzeit auf ein Minimum. Wenn die Daten im Firmennetzwerk statt auf einzelnen Laptops von Mitarbeitern liegen, erhöht dies auch die Sicherheit für das Unternehmen.

DÜSSELDORF. Nachdem Firmen die Effizienz ihrer Rechenzentren durch Virtualisierung gesteigert haben, nehmen sie nun die Rechner in den Büros ins Visier. Diese werden ersetzt durch einfache Rechner, sogenannte Thin Clients, die nur noch aus einem Prozessor, Betriebssystem und Browser bestehen. Der Mitarbeiter kann mit diesem Gerät über das firmeneigene Datennetz auf seinen virtuellen Rechner im Firmenrechenzentrum zugreifen.

Das Einsparpotenzial durch die Virtualisierung der Desktop-PCs ergibt sich durch weniger Aufwand bei der Installation und Wartung durch die IT. "Die Rechner können viel schneller aufgesetzt und auf die jeweilige Arbeit zugeschnitten werden. Zudem wird die Softwarepflege viel einfacher aufgrund der kurzen Wege", sagt Uwe Scariot, Berater beim IT-Dienstleister Materna. Updates können zentral viel schneller durchgeführt werden.

Ist ein Server defekt, können die virtuellen Rechner, die ja quasi nur noch aus Software bestehen, schnell auf andere Computer übertragen werden. Ausfallzeiten werden auf ein Minimum reduziert. Im Vergleich zu konventionellen Desktops soll eine virtuelle Lösung laut IT-Dienstleister IBM die Kosten für den Support um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Ein weiterer Vorteil: Mitarbeiter, die sehr viel unterwegs arbeiten, können über W-Lan, Mobilfunk oder von zu Hause per DSl genauso einfach auf ihre Anwendungen zugreifen wie vom Büro aus - sie benötigen nur einen schnellen Netzzugang. Firmen, die auf die neue Technik setzen, müssen daher dafür sorgen, dass das eigene Rechnernetz leistungsfähig genug ist. Das könne zunächst zusätzliche Kosten verursachen, räumt Materna-Berater Scariot ein. Werde aber durch die Einsparungen mehr als wettgemacht.

"Die Virtualisierung spart aber nicht nur Kosten, sondern erhöht auch die Sicherheit", sagt Eckart Feudel, Berater beim IT-Dienstleister Logica. Wird der Rechner des Mitarbeiters gestohlen, dann gehen keine Daten verloren, denn die lagern ja sicher auf dem internen Firmenrechner.

Im Grunde ist die Desktop-Virtualisierung ein Einstieg in die Cloud-Technik, die zurzeit von vielen IT-Experten als Zukunftskonzept diskutiert wird - nur, dass die Daten nicht bei einem Provider, sondern sicher auf Servern im Unternehmen liegen und über eine sichere Internetverbindung in das Firmennetzwerk übertragen werden.

Allerdings sei die Technik nicht in allen Unternehmensbereich einsetzbar, sagt Scariot. Da ein solches Rechnersystem nur noch die Anwendungen zur Verfügung stellt, die der Mitarbeiter wirklich benötigt, werden sie vor allem im Verkauf und in der Verwaltung von Unternehmen genutzt, so der Materna-Berater. "Entwickler brauchen weiterhin den Zugriff auf das gesamte IT-System", so Scariot.

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