Japaner richten Hotspots für mobiles Spielen ein
Nintendo bietet Online-Spielplätze gratis

Der japanische Elektronikkonzern Nintendo geht neue Wege bei der Vermarktung seiner Spiele-Software. Besitzer der Spielekonsolen „Nintendo DS“ können ab Ende November mehr als 7 500 so genannte Hotspots – Plätze mit einem drahtlosen Zugang zum Datennetz – in Großbritannien kostenlos nutzen – allerdings nur zum Spielen.

DÜSSELDORF. In Cafés, Fast-Food-Restaurants, Bahnhöfen und Hotels können sich die Spieler per W-Lan mit dem Standard 802.11x auf einer Nintendo-eigene Onlineplattform einwählen und sich weltweit Partner für ein schnelles Spiel suchen. Bislang müssen Online-Spieler oft die Internet-Minuten teuer einkaufen.

Der Dienst soll zügig europaweit eingeführt werden. Aus Sicherheitsgründen – viele Nintendo-Nutzer sind Kinder – gewährt Nintendo aber keinen Zugriff auf das gesamte Internet gewährt. Die Spieler bleiben zudem anonym.

Beim Onlinegaming treten Spieler per Internet oder Bluetooth-Verbindung gegeneinander an. Die Verbindung und die technische Abwicklung übernehmen Server im Internet. Bereits heute gibt es zahlreiche Onlinespiele für PC und Videokonsolen wie Xbox oder PS2.

Onlinegaming – ob mit Mobiltelefon, Computer oder Spielekonsole – gehört laut einer OECD-Studie zu den größten Wachstumsmärkten der Unterhaltungsbranche. Bis 2008 soll der weltweite Umsatz auf rund 15 Mrd. Dollar steigen. 2001 lag er bei gerade 350 Mill. Dollar. Nintendo muss in diesem Markt aufholen. Die „DS“ ist die erste online-fähige Mobilkonsole des Gameboy-Erfinders. Zuvor hatte Nokia – mit wenig Erfolg – mit dem Spieletelefon „N-Gage“ versucht, in diesen Markt vorzudringen. Der Nachteil: Nokias Gerät hat kein W-Lan, sondern nutzt die teuren Mobilfunknetze.

Zum echten Herausforderer wurde Sonys „PSP“, die Playstation Portable“. Sie wurde bislang über zehn Millionen mal verkauft, Nintendos DS knapp sieben Millionen mal.

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