Japanische Navigationssysteme sind multimediale Alleskönner
3D-Bilder erleichtern Orientierung

Navigationsgeräte in Japan bieten eine wesentlich bessere Orientierung als vergleichbare Geräte in Europa. Wie im Videospiel ziehen die Straßen Tokios vorbei.

HB TOKIO. Das zwanzigstöckige graue Hochhaus rechts, die vierstöckige braune Halle links. Cyber-Tokio maßstabsgetreu. Wer im "Realview Modus" japanischer Navigationsgeräte einmal unterwegs war, dem kommen alle anderen Darstellungen auf den Displays wie alte Packman-Spiele auf dem Computer vor.

In Japan gibt es kein Sträßchen, kein Haus mehr, das nicht erfasst ist. Die Straßenkarten Japans - von der Fläche etwa so groß wie Deutschland - inklusive der 3D-Ansicht für die größeren Städte füllen die 8,4 Gigabyte einer DVD komplett, sagt Masaaki Kawahara von Panasonic Automotive Systems, dem zweitgrößten Anbieter in Japan. Da die meisten Straßen in Japan keine Namen haben, benötigt der Autofahrer eine solch genaue Orientierung, "bei der er auch die Gebäude wieder erkennt", sagt Motohiko Takayanagi, General Manager bei Pioneer, dem Marktführer für Navigationssysteme in Japan. Wer einmal versucht hat, ein Gebäude in Japan nur nach der Adresse zu finden, der weiß die Darstellungen auf den japanischen Navigationsgeräten zu schätzen.

Eine technische Besonderheit ist der so genannte 3D-Gyro, bei dem Sensoren die Höhe messen, auf der sich das Fahrzeug bewegt, und mit den GPS-Daten abgleichen. So findet das Navigationsgerät heraus, welche der übereinander verlaufenden Autobahnen - von denen es in Tokio viele gibt - der Fahrer ansteuern muss, um ans Ziel zu kommen.

Technisch seien solch detaillierte Karten im 3D-Modus auch für Europa möglich. "Aber der Aufbau der entsprechenden Datenbasis verschlingt Zeit und Geld", sagt Takayanagi. Er bezweifle, dass die Kunden in Europa bereit seien, mehr für ein Navigationssystem auszugeben. Die japanischen Geräte, die entweder mit DVD oder Festplatten laufen, kosten umgerechnet zwischen 1200 und 2500 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland werden fest eingebaute Navigationsgeräte inzwischen für 500 bis 1000 Euro angeboten.

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