Jede fünfte E-Mail geht im Internet verloren
Spam-Filter als Cyber-Müllschlucker

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft schlägt Alarm: Jede fünfte E-Mail wird von Spam-Filtern irrtümlich aussortiert.

hiz DÜSSELDOF. Jede fünfte E-Mail geht in den Weiten des Internet verloren. Schuld daran sind keine technischen Defekte, sondern die Spam-Filter, die unerwünschte E-Mails unterdrücken sollen. Nach Angaben des eco Forums, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft , werten diese Abwehrmechanismen immer mehr elektronische Briefe als unerwünschte Post und werfen sie daher in den virtuellen Mülleimer.

„Die riesigen Müllschlucker im Cyber-Space arbeiten zu ungenau“, beklagt Dr. Torsten Schwarz, Leiter des Arbeitskreises Online-Marketing im eco-Verband. Die Folgen sind fatal: Aufträge gehen verloren, bezahlte Newsletter kommen nicht an, angeforderte Informationen erreichen den Empfänger nicht – und das sind nur einige Beispiele für die Folgen der Anti-Spam-Maßnahmen. Die Einschätzung des Experten geht dahin, dass der Anteil der irrtümlich weggeworfenen E-Mails weiter zunehmen wird. Seine Befürchtung ist, dass sogar die Hälfte aller E-Mails, die keine Spam-Mails sind, nicht ihre Empfänger erreichen.

Die Situation ist sehr zwiespältig. Der Grund für die verschwunden Mails liegt in der stetig wachsenden Flut von unerwünschten Werbe-E-Mails. In Deutschland, so die Schätzung des Verbandes, fallen mittlerweile 74 Prozent aller elektronischen Meldungen darunter. Deswegen tobt ein regelrechter Krieg zwischen Filterherstellern, die unerwünschte Mails von den Postfächern fern halten wollen, und den Spam-Versendern, die versuchen die Mechanismen mit immer neuen Tricks zu umgehen. „Wenn es sich bei drei Viertel aller E-Mails um unerwünschte Werbung handelt und gleichzeitig ein Viertel oder mehr aller erwünschten E-Mails gar nicht ankommen, steht die Zukunft des Kommunikationsmittels E-Mail insgesamt auf dem Prüfstand“, beklagt Torsten Schwarz.

Betroffen von der Lage sind auch die Newsletter-Versender: Bis zu 30 Prozent aller abonnierten Online-Newsletter verschwinden zu Unrecht in den Klauen der Werbeblocker, schätzt der eco-Verband. In vielen Fällen fordern die Versender der Nachrichten allerdings durch ungeschickte Formulierungen auch die Blockade selbst heraus, hat eco festgestellt. Reizworte wie „kostenlos“, „Gewinnspiel“, „Geld-zurück- Garantie“, „Angebote“ oder „steigende Einnahmen“ im Text oder gar in der Betreff-Zeile leiten die gut gemeinten Informationen fast automatisch in die Müllschlucker. Bilder, Hyperlinks, Preise und farbige Schriften gelten ebenfalls als Indiz für elektronischen Müll. Der Verband stellt deshalb auf Anforderung eine Checkliste mit 55 praxisnahen Tipps für die Herausgeber von Online-Newslettern zur Verfügung.



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