Jenoptik wieder gut im Geschäft

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Jenoptik wieder gut im Geschäft

Nach einem kräftigen Umsatzsprung 2004 und der Rückkehr in die Gewinnzone hegt der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik Börsenpläne für seine Halbleiter-Tochter. Nachdem Anfang 2004 Verkaufsverhandlungen gestoppt wurden, rechnen Branchenkreise nun mit einem Börsengang.

dpa JENA. Nach einem kräftigen Umsatzsprung 2004 und der Rückkehr in die Gewinnzone hegt der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik Börsenpläne für seine Halbleiter-Tochter. Nachdem Anfang 2004 Verkaufsverhandlungen gestoppt wurden, rechnen Branchenkreise nun mit einem Börsengang.

Vorstandschef Alexander von Witzleben hatte nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren signalisiert, dass er für das kapitalintensive Geschäft mit dem Bau von Elektronik-Fabriken neue Finanzierungsmöglichkeiten sucht. Die Sparte steuert etwa eine Milliarde Euro zum auf 2,5 Mrd. Euro gestiegenen Jahresumsatz des Konzerns mit 10 800 Beschäftigten bei.

Eine Sprecherin der Jenoptik AG (Jena) wollte Börsenpläne am Freitag nicht kommentieren. Im Umfeld des Unternehmens hieß es, „die Überlegungen sind noch nicht in einem Stadium, um darüber zu reden“. Bei der Entscheidung hat das Land Thüringen als größter Jenoptik- Einzelaktionär ein Wort mitzusprechen. Nach dpa-Informationen wird ein Börsengang in Singapur erwogen. Erwartet wird dort ein Termin für die Ausgabe von Aktien noch in diesem Jahr, möglicherweise bereits in den kommenden Monaten. Eine vollständige Trennung vom größten Geschäftsfeld gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Der Geschäftsbereich Anlagenbau/Reinraumtechnik (Facility Engineering) war im vergangenen Jahr gebündelt und der Hauptsitz von Stuttgart nach Singapur verlegt worden. Neben Projekten beispielsweise für AMD und Infineon in Sachsen ist Jenoptik beim Bau von Chipfabriken und Produktionsstätten für Flachbildschirme vor allem in Asien aktiv. Die am oberen Ende der Prognose liegenden Geschäftszahlen und die Börsenpläne gaben der Jenoptik-Aktie in Frankfurt Auftrieb. Sie notierte am Nachmittag bei 9,79 Euro rund sechs Prozent im Plus und war größter Gewinner im TecDax.

Nach Unternehmensangaben stieg der Konzernumsatz 2004 um etwa 500 Mill. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde am oberen Ende der angepeilten Spanne von 45 bis 60 Mill. Euro liegen (2003: 7,9 Mill. Euro), teilte Jenoptik mit. Das Ergebnis vor Steuern soll nach vorläufigen Berechnungen etwa 30 Mill. Euro betragen. Angesichts eines „äußerst lebenhaften Auftragseingangs“ mit neuer Rekordmarke über 2,2 Mrd. Euro wird mit einer guten Geschäftsentwicklung in diesem Jahr gerechnet. Eine Dividende für 2004 soll es nicht geben.

Konzernchef von Witzleben will vor allem das renditestarken Geschäfts mit Optik, Lasern und Sensoren ausbauen. Der 41-Jährige kündigte kürzlich an, dass der Umsatz im Bereich Optoelektronik von derzeit über 350 Mill. Euro bis 2007 „in Richtung einer halben Milliarde Euro“ geht. Außerdem unterhält Jenoptik die Servicesparte Gebäudemanagement mit einem Umsatzvolumen von 400 Mill. Euro. Die Mehrheit am traditionellen Geschäft Gebäudetechnik mit einem Umsatzvolumen von 550 Mill. Euro wurde Ende Januar abgegeben.

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