Jungendliche leichtsinnig im Umgang mit IT-Sicherheit
Wider besseren Wissens

Obwohl in den Medien laufend über Viren und Würmer berichtet wird, ist bei Jugendlichen Sorglosigkeit und Ignoranz weit verbreitet. Das zeigt eine Studie, die das BSI jetzt vorgelegt hat.

hiz DÜSSELDORF. „Das kann mir nicht passieren“, ist eine weit verbreitete Einstellung Jugendlicher in Punkto Computersicherheit. Obwohl nahezu alle Massenmedien kontinuierliche diese Themen behandeln und Viren, Dialer sowie Spam-Mails für Jungendlichen keine Fremdwörter sind, herrschen oft Sorglosigkeit und Ignoranz vor. Das belegt eine Studie, die vom Münchner Umfrageinstitut Iconkids & Youth International Research GmbH im Zeitraum August bis Oktober 2003 im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchgeführt wurde. In der Erhebung wurden 770 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren befragt.

Obwohl die Hälfte der Zwölf- bis 18-Jährigen das Thema Sicherheit im Internet als wichtig einschätzt, weiß jeder dritte Jugendliche nichts über die Gefahren im Internet. Den Kampf der Geschlechter entscheiden die männlichen Befragten für sich. Während es bei den Jungen jeder vierte ist, der sich nicht auskennt, ist es bei den Mädchen jedes zweite.

Das alles steht vor dem Hintergrund, dass dennoch die Hälfte aller Jugendlichen mindestens einmal pro Woche online ist. E-Mails austauschen und chatten sowie das Laden von Multimediainhalten, wie Musik und Videos, gehören zu den beliebtesten Diensten. Doch drohen gerade hier schädliche Inhalte, denn viele erweitern ihre Musiksammlung mittels illegaler Downloads.

Es mangelt nach Aussagen der Marktforscher an der Bereitschaft, sich aktiv vor sicherheitsrelevanten Risiken zu schützen. Oft ist es erst ein eingefangener Dialer, der die Grundeinstellung ändert. So beklagt auch Udo Helmbrecht, Präsident des BSI: "Die Studie zeigt, dass sich Jugendliche erst dann ernsthaft mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Viren scheinen aus Sicht der Jugendlichen zum Internet dazuzugehören wie eine Erkältung zum Winter. Diese fatalistische Einstellung müssen wir ändern."

Die Ergebnisse der Studie fließen in die Maßnahmenplanung des BSI zur Sensibilisierung von Jugendlichen für das Thema IT-Sicherheit. Gemeinsam mit der Bundesinitiative Jugend ans Netz plant das BSI derzeit die Beteiligung an einem Jugendportal, das im Mai kommenden Jahres online gehen soll.

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