Kalifornier offenbar an Auktionsplattform Alibaba interessiert
Yahoo drängt nach China

Der amerikanische Portalbetreiber Yahoo will amerikanischen Medienberichten zufolge 35 Prozent an dem chinesischen E-Commerce-Dienstleister Alibaba.com übernehmen. Dafür sei das kalifornische Unternehmen bereit, bis zu einer Milliarde Dollar zu zahlen, schreibt das US-Magazin Forbes.

sfu DÜSSELDORF. Möglicherweise würde ein Teil der Summe jedoch auch über einen Anteilstausch beglichen: Chinesischen Medienberichten zufolge erhält Yahoo den Alibaba-Anteil im Tausch für seine bisherigen China-Aktivitäten. Yahoo betreibt im Reich der Mitte unter anderem die kleinere Suchmaschine 3721 und eine Auktionsplattform zusammen mit einem lokalen Dienstleister.

Auch Alibaba ist eine Auktionsplattform im Netz, die sich vor allem auf das B2B-Geschäft konzentriert und kleine Hersteller mit Großhändlern zusammenbringt. Eine englische Alibaba-Seite richtet sich an ausländische Unternehmen, die Produkte auf dem chinesischen Markt erwerben wollen. Auch Privatkunden werden bedient: Über die Seite Taobao können chinesische Nutzer wie bei Ebay für Handys, Turnschuhe und Kleider bieten.

Yahoo lehnte es am Dienstag ab, die Berichte zu kommentieren. Auch bei Alibaba hieß es: Keine Stellungnahme.

Der chinesische Markt gilt in der Branche zwar als zukunftsträchtig, jedoch auch als unreif und schwierig. Das Interesse westlicher Internetunternehmen an dem Land steigt. Unter Analysten ist der Erfolg der Investitionen aber umstritten. Der Markt zeige schon jetzt erste Anzeichen der Überhitzung, heißt es.

Laut dem britischen Marktforschungsinstitut Mergermarket wurden im vergangenen Jahr fast dreimal so viele asiatische Internetunternehmen von europäischen und amerikanischen Gesellschaften gekauft wie im Jahr davor. Die Aktien der chinesischen Suchmaschine Baidu, die am vergangenen Freitag an der amerikanischen Nasdaq debütiert hatte, steigerten ihren Wert bereits im Laufe des ersten Handelstages um mehr als dreihundert Prozent. Auch andere chinesische Internetunternehmen wie Sina oder Sohu notieren in den USA mit einem Vielfachen ihres Ausgabepreises.

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