Kampf fordert auch unschuldige Opfer
Spam-Filter schlagen gnadenlos zu

Der Kampf gegen unerwünschte Mails ist oft problematisch. Immer mehr legale Post fällt den unerbittlichen Filtern zum Opfer.

hiz DÜSSELDORF. Erst beklagten sich vornehmlich Ärzte, dass ihre E-Mails aus „unergründlichen Gründen“ verschwanden. Doch je mehr unerwünschte Werbebotschaften das World Wide Web zumüllen, desto größer wurde auch der Kreis der Betroffenen. Ursache für den ungewollten Datenverlust: Rigorose Spam-Filter. Bei den Ärzten waren es die Fachdiskussionen zum Thema Sex und Potenzmitteln, welche die automatischen Filter aktivierten und so auch seriöse Beiträge aus dem Netz fegten.

Da die Spam-Versender ihre Strategie stetig ändern, müssen auch die Filter-Anbieter regelmäßig nachziehen und die Filter verfeinern. Der unerfreuliche Nebeneffekt: Beinahe jede fünfte von Unternehmen verschickte E-Mail erreicht die Empfänger nicht mehr. Nach einer Erhebung des E-Mail-Dienstleisters Return Path sind im zweiten Halbjahr des Vorjahres 18,7 Prozent der von ihren Kunden versendeten Mails nicht angekommen – mit steigender Tendenz. Besonders betroffen sind nach Angaben von Return Path die Werbe- oder E-Mail-Grußkarten. Basis der Erhebung waren die Wege der elektronischen Nachrichten von 100 Kunden, die ihre Mailboxen bei 18 verschiedenen Providern eingerichtet hatten.

Auch die Versender von Newslettern laufen Gefahr, mit ihren Nachrichten in den Spam-Filtern der Abonnenten hängen zu bleiben. Wenn mehrere zehntausend Abonnenten Neuigkeiten per Mail erwarten, ist es schon vereinzelt passiert, dass Spam-Filter die Domain des Absenders als Quelle von Spam-Mails identifizierten und alle Newsletter im digitalen Nirwana verschwanden. Aus diesen Gründen ist verständliche, dass die großen Internetprovider MSN, AOL, Earthlink und Yahoo massiv gegen Spam-Versender vorgehen und vor Gericht Klage erhoben haben.

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