Kampf gegen AMD
Intel kündigt Vier-Kerne-Chips an

Intel will mit einer Serie neuer Vier-Kerne-Chips seine Marktposition gegen die wachsende Konkurrenz festigen und sich einen Vorsprung vor dem kleineren Wettbewerber AMD verschaffen. Die ersten „Core zwei Quatro“-Prozessoren werden noch im November dieses Jahres verfügbar sein.

dpa SAN FRANCISCO. Das kündigte Intel-Chef Paul Otellini auf dem hauseigenen Entwickler-Forum IDF am Dienstag in San Francisco an. Anwendungen wie Microsofts Betriebssystem Vista, grafisch immer aufwendigere Spiele oder Apples Online-Musikladen itunes mit Musik- und Video-Angeboten haben den Bedarf an leistungsfähigen Prozessoren radikal verändert, sagte Intel-Chef Paul Otellini. „Mehr als je zuvor brauchen wir heute mehr Rechenleistung.“

Mit dem ersten Vier-Kerne-Prozessor „Core zwei Extreme“ im November will Intel vor allem die eingefleischten Computer-Spieler gewinnen. Der Chip besteht aus zwei Doppelkernen und soll im Vergleich zu seinem Vorgänger eine bis zu 67 Prozent höhere Leistung erbringen. Für große Server soll ebenfalls noch dieses Jahr ein Vier-Kerne- Prozessor der Reihe Xeon mit einer zu 50 Prozent verbesserten Performance verfügbar sein. Für den Massenmarkt soll dann im ersten Quartal 2007 der „Core zwei Quad“ folgen.

Neue populäre Internet-Anwendungen schraubten die Erwartungen an die Rechenleistung immens in die Höhe, sagte Otellini. Allein das vor einem Jahr an den Start gegangene Online-Video-Portal Youtube habe im September mehr als eine Milliarde Besucher verzeichnet. Dabei hätte das Abrufen (Streamen) eines Videos den Computerprozessor vor zwei Jahren noch zu 40 Prozent ausgelastet. „Mit unseren neuen Core duo- Chips haben wir die Auslastung auf zehn Prozent gesenkt.“

Auch neue Filme in hoher Auflösung (HD) erforderten für eine ruckelfreie Wiedergabe von einem Prozessor heute acht Mal mehr Leistung als herkömmliche Videos. Eine der großen Herausforderungen sei dabei aber auch, höhere Leistung mit weniger Stromverbrauch zu verbinden. Der erste Quad-Core-Chip für den Massenmarkt werde zum Beispiel bei 50 Prozent mehr Performance-Leistung insgesamt 40 Prozent weniger Strom als ein Vorgänger benötigen, sagte Otellini.

Erst im Mai 2005 hatte der Chipgigant seine ersten Prozessoren mit Doppelkern auf den Markt gebracht. Die neue Architektur mit mehreren Kernen soll bei geringerem Stromverbrauch vor allem ermöglichen, zeitgleich verschiedene Anwendungen wie Office-Programme, Virenscanner oder die Wiedergabe von Videos zu nutzen. Zum Marktstart hatte Intel mit seinen ersten Chips für den Massenmarkt allerdings zunächst aufs falsche Pferd gesetzt: Konkurrent AMD punktete im lukrativen Marktsegment der Unternehmensserver und konnte seinen Marktanteil dort in kurzer Zeit erheblich steigern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%