Kampf um Kamerakunden
Megapixel alleine genügen nicht

Hersteller von Digitalkameras differenzieren zunehmend ihr Angebot. Je nach anvisierter Zielgruppe gibt es mal einen besonders weiten Weitwinkel, eine besonders robuste Verarbeitung oder die Extraportion Multimedia. Wenn die Hersteller jetzt zur Cebit ihre neuesten Trümpfe auf die Tische legen, zeigt sich deutlich, welchen Trend sie bedienen wollen.

DÜSSELDORF. Kodak setzt große Hoffnung auf eine Kompaktkamera, die gleich zwei Objektive besitzt - die neue Easyshare V570 Dual Lens. Das Doppelobjektiv sorgt für einen großen Weitwinkelbereich. Olympus dagegen will Outdoor-Freaks ansprechen: Die µ720 SW soll durch ihre Robustheit punkten. Nach Herstellerangaben ist die Kamera wasserdicht - bis zu einem Wasserdruck, der drei Meter Tiefe entspricht. Der Apparat steckt einiges weg: Auch einen Fall aus 1,5 Meter Höhe übersteht er angeblich unbeschadet. Nikon setzt mit den neuen Modellen Coolpix S5 und S6 auf integrierte Multimedia-Optionen: Schon in der Kamera können kleine Foto-Shows zusammengestellt und mit passender Musik unterlegt werden. Auf der Cebit lässt sich Nikon jedoch nicht sehen - man setzt hier auf die Leitmesse der Fotoindustrie, die Photokina.

So verschieden die Modelle auch sind - es geht stets um den Fang von Neukunden. Und der wird immer schwieriger; denn viele Konsumenten besitzen längst eine Digitalkamera. Auch die Konkurrenz durch immer bessere Fotohandys erschwert das Geschäft. "Wir rechnen damit, dass der Gesamtmarkt in diesem Jahr kaum wachsen wird", sagt Paul Withington, Analyst beim Marktforschungsunternehmen IDC. "Aber es gibt nach wie vor Bereiche, die sich gut entwickeln - wie die Spiegelreflexkameras und das Hochpreissegment. Der Markt kommt nun in die Phase, in der die Nutzer ihre alten Kameras durch höherwertige ersetzen."

Withington erwartet, dass mehr Hersteller in das von Nikon und Canon angeführte Spiegelreflex-Segment eintreten, weil hier die Gewinnspannen besonders interessant sind. "Gerade hier könnte sich der Konkurrenzkampf in diesem Jahr verschärfen." So plant etwa Sony, in diesem Jahr erste digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen greift dabei auf eigenes Know-How und eine Kooperation mit Konica Minolta zurück. Konica Minolta selbst kündigte an, die Kameraproduktion einzustellen und Teile des Geschäfts an Sony abzugeben.

Viele, die zum ersten Mal eine Digitalkamera kaufen, entscheiden noch immer nach den klassischen Kriterien, hat IDC-Analyst Withington festgestellt: Die Kamera soll möglichst viele Megapixel haben und möglichst klein sein; auch der optische Zoom zählt. Gerade bei der Auflösung versuchten sich die Hersteller in der Vergangenheit immer wieder zu übertrumpfen. "Das Rennen um mehr Megapixel wird zwar weitergehen, aber langsamer als vor einigen Jahren", glaubt Ricky L. Stewart, Vertriebsleiter für Digitalkameras bei der Casio Europe.

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