Karten-Kunden geschützt
Banken beruhigen nach Sony-Datenklau

Kreditkarten-Inhaber müssen sich nach Einschätzung von Banken nach dem massiven Datenklau beim japanischen Elektronik-Konzern Sony keine Sorgen machen.
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München/Berlin/Neu Isenburg„Für etwaige Schäden aus einer möglichen Manipulation im Zusammenhang mit dem Datendiebstahl müssen die Karten-Inhaber nicht haften“, teilte der Zentrale Kreditausschuss, ein Zusammenschluss der Verbände von Privatbanken, Sparkassen, Landesbanken sowie Volks- und Raiffeisenbanken, am Mittwoch mit.

Noch stehe aber nicht fest, ob im Fall Sony Kreditkartendaten tatsächlich abhandengekommen seien, sagte ein Sprecher.

Potenziell betroffene Kunden sollten ihre Abrechnungen sorgfältig prüfen und bei Unstimmigkeiten unmittelbar das Institut informieren, das die entsprechende Karte ausgegeben hat.

Ähnlich äußerten sich auch die Kreditkarten-Anbieter: Die Bank werde, sobald sie informiert sei, entscheiden, ob die Karte gesperrt und ausgetauscht werden müsse, sagte der Sprecher von MasterCard Deutschland, Thorsten Klein. „Kunden müssen sich keine übergroßen Sorgen machen.“ Sie sollten aber Unregelmäßigkeiten so schnell wie möglich reklamieren.

Diebe könnten heutzutage Kreditkarten-Daten nicht mehr für jede Transaktion nutzen, hieß es weiter. So benutzt Mastercard beispielsweise zusätzlich zum Sicherheitscode auf der Karte einen sogenannten Securecode, der nicht bei Händlern, sondern nur der Bank hinterlegt ist. Dadurch werden Missbräuche erschwert und sind in den vergangenen Monaten auch deutlich rückläufig gewesen. Das Problem ist allerdings, dass in Deutschland noch nicht einmal die Hälfte der Händler hier mitspielen. In manchen europäischen Ländern sind die Quoten schon deutlich höher.

Sony rechtfertigt Abschaltung der Netzwerke

Sony rechtfertigte die Abschaltung der betroffenen Online-Netzwerke nach der Hacker-Attacke. „Wir patchen nicht nur irgendwelche Lücken, sondern bauen eine komplett neue Sicherheitsstruktur“, sagte Sony-Sprecher Guido Alt der Nachrichtenagentur dpa. „Das kostet natürlich Zeit.“ Er bezeichnete den Diebstahl als „gezielten Angriff von außen“ und von einer „kriminellen Dimension“.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Angreifer die Daten von rund 77 Millionen Sony-Nutzerkonten in 59 Ländern erbeutet haben.

Betroffen sind das Playstation Network (PSN) und der Video- und Musikservice Qriocity. Wie viele Personen betroffen sind, ist nicht klar, da ein Nutzer mehrere Konten haben kann.

Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass Kreditkartendaten gestohlen worden seien, betonte Alt. In der entsprechenden Datenbank habe man keine Zugriffspuren festgestellt. Da man einen Diebstahl aber nicht ausschließen könne, habe man die Nutzer vorsorglich gewarnt. Die Prüfnummern der Kreditkarten, ohne die in der Regel keine Geschäfte im Internet möglich sind, seien ohnehin woanders gespeichert worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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